Civitas Institut

Vatikan und Piusbruderschaft stehen vor Einigung PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 17. April 2012 um 13:45 Uhr

Hamburg/Paris (KNA) Laut unbestätigten Medienberichten steht eine Einigung zwischen Papst Benedikt XVI. und der erzkonservativen Piusbruderschaft unmittelbar bevor. Am Sonntagabend berichtete das Magazin „Der Spiegel“, in Rom sei bereits an Ostern ein Brief des Generaloberen der Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay, eingetroffen. Auf der Grundlage dieses Briefes werde es eine Wiedereingliederung der 1988 von Rom abgespaltenen Traditionalisten in die katholische Kirche geben. Quellen nannte das Magazin nicht.

Bereits am Freitag hatte die französische Tageszeitung „Le Figaro“ berichtet, eine Einigung des Papstes mit den Piusbrüdern sei nur noch eine Frage von Tagen. Grundlage sei ein Papier, in dem beide Seiten ihre unterschiedlichen Auffassungen zu den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 - 1965) darlegten; zugleich erklärten sie aber, dass diese Unterschiede nicht kirchentrennend seien.

 

In italienischen Blogs wurde unterdessen spekuliert, dass die Piusbruderschaft künftig ähnlich wie das „Opus Dei“ den kirchenrechtlichen Rang einer Personalprälatur erhalten solle. Der Generalobere wäre dann dem Papst in Rom unmittelbar unterstellt.

 

Papst Benedikt XVI. hatte sich schon in seiner Zeit als Leiter der römischen Glaubenskongregation persönlich für eine Einigung mit der Piusbruderschaft eingesetzt. Als Papst empfing er kurz nach seiner Wahl den Generaloberen der Priesterbruderschaft und betonte, dass man einen Weg zur vollen kirchlichen Einheit suche.

 

Im Jahr 2007 ließ er die Messe nach altem Ritus wieder weltweit zu, 2009 hob er die Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft auf. Im Jahr danach begann eine lange Reihe theologischer Klärungsgespräche in Rom, die zunächst ohne gemeinsame Erklärung zu Ende gingen.

 

Danach gab es einen inhaltlich geheim gehaltenen Schriftwechsel zwischen dem Generaloberen Fellay und dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada. Zuletzt setzte der Vatikan Fellay am 15. März ein Ultimatum von 30 Tagen, um ein konsensfähiges Schreiben zu den theologisch strittigen Fragen vorzulegen.

 

 

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