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Martin Mosebach: Atheismus Folge der Reformation PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 24. April 2012 um 13:15 Uhr

Nach einer Studie der Universität Chicago ist Ostdeutschland die atheistischste Region der Welt. Nirgendwo ist der christliche Glaube so vollständig ausgelöscht wie in den heutigen neuen Bundesländern. Der Schriftsteller und Büchnerpreisträger Martin Mosebach sagte der Tageszeitung „Die Welt“, dass dies die Folge der Reformation ist. „Tatsächlich ist es so, dass der Protestantismus, so wie er sich im Osten entwickelt hat, mit seinem Hang zur Säkularisierung fast notwendig zur Schwächung des Glaubens geführt hat. Sonst hätte der Kommunismus den Glauben dort nicht so nachhaltig zerstören können“, so Mosebach.

 

 

Dass ausgerechnet in der Region Deutschlands, in der die Reformation Luthers begonnen habe, immer weniger Menschen an Gott glaubten, „hat seine Logik“, so Mosebach. „Deutschland ist immer ein geteiltes Land gewesen. Schon als es in die Geschichte eintrat, bestand es aus einem römisch beherrschten Teil und einem barbarisch gebliebenen Teil“, sagte Mosebach der „Welt“.

 

„Im Osten gab es schon vor der Reformation einen antirömischen Affekt, der von Luther dann verstärkt wurde.“ Die protestantische Staatsreligiosität und die Aufklärung hätten dann die Religion „Stück für Stück entkernt“.

 

Man könnte hinzufügen, dass dies ein Grund wäre ein Trauerjahr im bevorstehenden „Lutherjahr“ 2017 auszurufen, dass dieses Jahr aber alles andere als ein Anlass zum Feiern ist.

 

Mosebach übte zudem hefte Kritik an Politiker, die der Auffassung sind, der Islam gehöre zu Deutschland. „Der Satz 'Der Islam gehört zu Deutschland' ist eine verantwortungslose und demagogische Äußerung“, so Mosebach. „Was hat der Islam zu unserer politischen und gesellschaftlichen Kultur bisher beigetragen?“

 

Das deutsche Grundgesetz fuße auf dem Christentum und der Aufklärung. „Da gibt es kein einziges islamisches Element - woher sollte das auch kommen?“ Das könne sich allerdings durch Zuwanderung ändern. „Wenn die muslimischen Deutschen die kulturelle Kraft besitzen sollten, der deutschen Kultur islamische Wesenszüge einzuflechten, dann mag man in hundert Jahren vielleicht einmal sagen: der Islam gehört zu Deutschland.“

 

 

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