Civitas Institut

Spaemann für Bestrafung der Blasphemie PDF Drucken E-Mail
Montag, den 30. Juli 2012 um 08:32 Uhr

Der Philosoph Robert Spaemann hat in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom vergangenen Donnerstag die Bestrafung von Gotteslästerungen gefordert. Spaemann ist der berechtigten Auffassung, dass der Staat es nicht zulassen dürfe, dass das, was religiösen Bürgern das Heiligste sei, „ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht und mit Schmutzkübeln übergossen werden darf“.

 

 

Ein Staat, der dies nicht leiste, könne nicht erwarten, dass sich Gläubige als Bürger ihres Gemeinwesens fühlen. Christen seien zwar auch gegenüber einen solchen Staat loyal, aber auch nicht mehr.

 

Gegenwärtig werden Gotteslästerungen durch die neue Gesetzgebung durch den Staat nicht geahndet, denn diese seien nur dann strafbar, wenn sie den „öffentlichen Frieden“ gefährden könnten. Spaemann schreibt wie sich dies heute auswirkt: „Das heißt auf Deutsch: Nur noch die mohammedanische Religion genießt den Schutz des Gesetzes, nicht die christliche. Denn Christen reagieren auf Beleidigung nicht mit Gewalt, Muslime aber wohl - und keineswegs nur 'Islamisten'.“

 

Bei Muslimen würden die folgenlosen Proteste von Christen, etwa gegen blasphemische Filme, „nur stille Verachtung auslösen“. Spaemann nennt dazu ein Beispiel aus England, bei dem Muslime gegen einen Film protestierten, in denen Jesus Christus beleidigt wurde. Erst nach den Protesten der Muslime, die Jesus als Propheten verehren, sei der Film abgesetzt worden.

 

Spaemann hat sich auch gleich Gedanken über die Höhe der Strafen wegen Blasphemie gemacht. Beleidigung von Religion sollte etwa doppelt so schwer bestraft werden wie die Beleidigung von Menschen, weil sie die Gläubigen stärker verletze als die Beleidigung der eigenen Person.

 

Schon aus Eigeninteresse sollte der Staat den Respekt vor der christlichen Religion pflegen, die „zu den wichtigsten Wurzeln unserer Zivilisation“ gehöre.

 

Selbstverständlich begrüßen wir die Initiative Spaemanns. Noch bis in die 1970iger Jahre wurde Blasphemie in Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten bestraft. Erst der radikale Säkularismus, der Religion zur Privatsache erklärt und die Herrschaft des Staates über Gott beansprucht, hat zu der neuen Gesetzgebung geführt, die ganz gewiss im Gegensatz zu den Intentionen der Gründungsväter des Grundgesetzes steht.

 

Die Begründung Spaemanns für die Bestrafung der Götteslästerung beruht allerdings selbst auf den Grundlagen des säkularen Staates, da er die Gotteslästerung aus dem Grund bestrafen will, dass Gläubige dadurch beleidigt werden und nicht Gott. Gott ist allerdings der Schöpfer und Erhalter aller Staatswesen und jeder Autorität, die von Gott selbst stammt. Deshalb ist dies der eigentliche Grund, warum Blasphemie bestraft werden sollte und das Gott sich schon selbst zu helfen weiß, wie auch Spaemann meint, ist dagegen kein Einwand.

 

Gott greift im Allgemeinen nicht direkt in die Welt ein, sondern durch die Vermittlung von Menschen. Staatliche Autoritäten haben die Pflicht, die Rechte Gottes in Staat und Gesellschaft zu verteidigen und wenn sie dies unterlassen, dann verstoßen sie damit gegen die Rechte Gottes und ihre Pflichten.

 

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