Civitas Institut

Keine andere Zukunft als die christlichen Wurzeln PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 15. August 2012 um 07:43 Uhr

Die Katholiken müssen sich in das gesellschaftliche und öffentliche Leben einbringen. Anlässlich eines Vortrages im Rahmen einer Sommerakademie der katholischen Universität Valencia in Spanien sprach Cardinal Cañizares vor dem Hintergrund der spanischen Wirtschaftskrise über die Neuevangelisierung. Spanien leidet nicht nur unter einer äußerst bedrohlichen Wirtschaftskrise, sondern auch unter einer von der jahrezehntelangen sozialistischen Herrschaft verursachten Identitätskrise, welche die Moral des Landes in allen Bereichen zutiefst erschüttert hat. Auszüge aus dem Vortrag vom 6. August:

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Mit aller Vordringlichkeit müssen die christlichen Wurzeln unserer Heimat Spanien wiederbeleben. Das ist nicht nur eine Frage der Kultur oder eines Machtstrebens. Ganz im Gegenteil: es liegt darin ganz einfach die Zukunft. Die christlichen Wurzeln, das ist das Bekenntnis des Glaubens an unseren Herrn Jesus, den eingeborenen Sohn. Eine andere Zukunft gibt es nicht. Es gibt keine andere Zukunft.“

Wir müssen unbedingt die katholische Präsenz im gesellschaftlichen und öffentlichen Leben fördern und ermutigen. (…). Viele gläubige Christen verstärken die Reihen jener, die ich „die Bruderschaft der Abwesenden“ nenne. Diese Bruderschaft hat zahlreiche Mitglieder, welche die Bruderschaft keinesfalls verlassen wollen; es sind die die Verweigerer unserer Welt, die Verweigerer der Politik, die Verweigerer der Kommunikationsmittel, die Verweigerer der Welt der Wissenschaft: in der Welt der Wissenschaft, der Politik, der Wirtschaft, der Kultur usw. vernachlässigen sie die Wirklichkeit des Glaubens, lassen die Wirklichkeit des Glaubens außen vor.

Niemand in der Kirche, kein Einzelner und keine Institution, sollten diese Reihen stärken, in denen man etwas so antichristliches – so antichristliches! - einführt wie die Trennung von Glaube und Leben und die Religion auf das Privatleben einschränken will. Der größte Betrug, der überhaupt existiert, ist der, dass unser Glaube sich auf das Privatleben beschränkt: „Ja, ich bin durchaus gläubig, aber innerhalb meiner Partei muss ich so reagieren, wie deren Kriterien das vorgeben.“ Nein! Nein! Ich sage ganz eindeutig: nein!“

Die Beteiligung der Katholiken in unserer Gesellschaft muss unbedingt mehr angeregt werden, das Zeugnis der christlichen Liebe in unserer Welt muss unbedingt ermutigt werden. Wir Christen sind dazu aufgerufen, das große Zeichen der Liebe in den Wirklichkeiten der heutigen Welt hochzuhalten und sichtbar zu machen. Das bedeutet: in diesem Sinne die Kraft der Veränderung und der Erneuerung der Realitäten unserer Welt aus unserer Geschichte heraus aufzuzeigen, die im Evangelium liegt.“

Wenn Ökologie und Umweltbewusstsein richtig verstanden werden, dann spricht die Liebe nicht von Ökologie und Umweltbewusstsein, sondern sie verlangt nach einer menschengerechten Ökologie. Die Liebe, welche das wirkliche Gemeinwohl fordert, das gesellschaftliche Wohl, sie wird keine wahre Liebe sein, wenn sie nicht auch die Anerkennung und die Würde des menschlichen Lebens anerkennt, und zwar jeden menschlichen Lebens. Der Christ, der zum Beispiel von der Abtreibung nicht zutiefst erschüttert ist, der sich einzig auf den wirtschaftlichen Aspekt beschränkt und dabei sagt, die Abtreibung sei Privatangelegenheit, dieser Christ behauptet, die Liebe durchdringe nicht alle Bereiche des Lebens.“

Die gläubigen Laien müssen in der Welt der Kultur sehr präsent sein. Ich weiß nicht, ob es uns wirklich klar ist, dass die Welt sich nicht etwa in der Wirtschaft, sondern vielmehr in der Kultur abspielt. Seit vielen Jahren schon spielt sich die Welt in der Kultur ab, in einer neuen Kultur, die immer mehr versucht, sich aufzuzwingen. Es ist dieses eine Kultur ohne Gott, in der konsequenterweise der Mensch nicht zählt, eine Kultur, die fürchterlich vom Relativismus geprägt ist: eine Kultur, in der die Wahrheit keine Rolle spielt. In dieser Kultur bedeutet die Natur nichts, die Natur, in der Entscheidung und Freiheit die erste Rolle spielen.“

 

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