Civitas Institut

Das Missverständnis der Strafe PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 01. November 2012 um 13:34 Uhr

 

Anstatt das naturrechtliche Wesen der Strafe zu verkünden und zu verteidigen, lassen sich immer häufiger hohe Vertreter der Kirche auch in dieser Frage vom linken Gutmenschentum beeinflussen. So meint jetzt Kardinal Cormack Murphy-O'Connor, der Strafvollzug in England und Wales müsse stärker auf Wiedereingliederung als auf Strafe abzielen. Die Gesellschaft müsse besser verstehen lernen, warum Menschen Verbrechen begehen; als ob dies nicht schon seit Jahrhunderten bekannt ist.

 

 

 

 

Der frühere katholische Erzbischof von Westminster sagte laut dem Pressedienst „Independent Catholic News“ vom Mittwoch bei einem Vortrag in London weiter, ein besseres Verständnis würde dann auch zu einer besseren Sozialpolitik führen. Ein Entzug der Freiheit sei bereits Strafe genug.

 

Auch in England nimmt die Kriminalität, wie in allen ehemals christlichen Ländern, seit Jahren immer mehr zu. Doch der offensichtlich unter Realitätsverlust leidende Kardinal meint, die Verdoppelung der Gefängnisinsassen in Königreich liege nicht daran, dass signifikant mehr Verbrechen verübt worden seien, sondern „weil wir mehr auf Strafe setzen“. Jeder kann sich leicht vom Gegenteil überzeugen, nicht nur in England, sondern in jedem beliebigen Land Westeuropas.

 

Da offenbar auch unter Katholiken, die durch die innerkirchliche Entwicklung seit dem II. Vatikanischen verwirrt worden sind, schwerwiegende Missverständnisse über das Wesen der Strafe herrschen, wollen wir hier dazu einmal kurz Stellung nehmen und zwar auf der Grundlage von Herders Sozialkatechismus, Band II, aus dem Jahre 1953.

 

Zweck der Strafe, so die naturrechtliche Auffassung ist ein dreifacher:

 

1. Die Wiederherstellung der schuldhaft zerstörten Rechtsordnung

2. Die Besserung des Schuldigen

3. Die Abschreckung von weiteren oder ähnlichen Übeltaten.

 

Bei Seiner Eminenz Kardinal Cormack Murphy-O'Connor bleibt davon offenbar nur der zweite Punkt übrig. An erster Stelle steht aber immer die Sühne für die Verletzung der Rechtsordnung. Doch gerade dieser Sühnegedanke ist heute in der Kirche, besonders beim Hl. Messopfer, das ja die Wiedervergegenwärtigung des Sühneleidens und Sühneopfers Jesu Christi ist, weitgehend verloren gegangen. So kann es nicht wundern, dass dies auch Auswirkungen auf andere Bereiche des Lebens hat.

 

Allerdings ist die Bedeutung der Strafe als Sühne keine christliche Erfindung, sondern findet sich in nahezu allen Kulturen, insbesondere in der Antike bei den Griechen und Römern, so vor allem im Römischen Recht.

 

Hätte der Kardinal gesagt, dass der heute mehr und mehr verloren gegangene Sühnegedanke einer der Gründe für die Zunahme der Kriminalität ist, so hätte er einen klugen katholischen Gedanken geäußert. Zudem wäre es Aufgabe der Kirche, den Gefangenen die Umkehr anzubieten, insbesondere durch das heilige Sakrament der Beichte, um die Gestrauchelten zurück in die Arme Gottes zu führen. Dies ist sicher hilfreicher als eine „bessere Sozialpolitik“ und das Bußsakrament hilft dem Gestrauchelten durch die göttliche Gnade, künftigen Versuchungen zu Straftaten aus dem Weg zu gehen.

 

 

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