Civitas Institut

Protestantische Selbstmordbegleitung PDF Drucken E-Mail
Montag, den 12. November 2012 um 13:05 Uhr

Wie weit sich die sogenannte Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) inzwischen vom Christentum entfernt hat, macht jetzt erneut deren Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider deutlich. Während der hl. Augustinus, auf den sich zumindest frühere Generationen von Protestanten gerne beriefen, den Selbstmord als die schlimmste aller Sünden verurteilte, will der deutsche Oberprotestant künftig Selbstmörder bei ihrem verwerflichen Tun begleiten.

 

Herr Schneider meint: „Gleichwohl wird es Situationen geben, in denen auch Christen die Entscheidung von Menschen für ein selbstbestimmtes Sterben gegen ihre eigene Überzeugung respektieren und ihnen eine mitfühlende und seelsorgerliche Begleitung nicht verweigern.“

 

Mit dem verharmlosenden Wort „selbstbestimmtes Sterben“ ist der Selbstmord gemeint.

 

Der Kommentator der katholischen Tageszeitung DIE TAGESPOST sagt dazu ganz treffend: „Wie absurd die lauwarmen Sätze sind, die der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) Nikolaus Schneider auf der EKD-Synode zum Schlechtesten gab, versteht nur, wer sich vorzustellen wagt, wie diese einzulösen wären. Setzt sich, wenn es „Spitz auf Knopf“ (Schneider) steht, der EKD-Ratsvorsitzende dann an das Bett des Suizidenten und spricht ihm, nachdem er zuvor vergeblich versucht hat, ihn dafür zu gewinnen, sein Leben in die Hände Gottes zu legen, Trost zu?“

 

Die ehemalige Chefin der EKD die auch als Rotweinliebhaberin bekannte Feministin Margot Käßmann hatte bereits den theoretischen Hintergrund einer solchen agnostisch-humanistischer Haltung bereitet mit den Worten „Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand“. Diesen Worten liegt die Allerlösungslehre zugrunde, eine Irrlehre, nach der jeder gerettet wird und in die ewige Glückseligkeit bei Gott eingeht. Eine Theorie, die leider heute auch bei katholischen Theologen und sogar Bischöfen beliebt ist.

 

Das Tötungsverbot ist einer der fundamentalen Grundlagen jeder Zivilisation und gilt auch für die Selbsttötung. Um dieses Gebot zu verstehen, muss man nicht einmal Christ sein. Das Gebot folgt aus dem Naturrecht. Die menschliche Natur und jeder einzelne Mensch ist auf ein letztes Ziel hin angelegt, wie schon Aristoteles begründet hat, die Glückseligkeit. Diese besteht aber nicht in einem hedonistischen Lustgefühl und der Vermeidung von Leid. Der Abbruch des Lebens, durch Mord oder Selbstmord, beendet die Verwirklichung des letzten Ziels.

 

Kein Mensch hat sich seine Natur oder sein Leben selbst gegeben, sondern er ist von Gott erschaffen. Ihm verdankt er sein Leben und deshalb entscheidet Er auch darüber, wann dieses Leben beginnt und endet.

 

Das Christentum geht noch darüber hinaus, doch dort, wo man Christus ohne das Sühneopfer am Kreuz begreift, fehlt mehr und mehr jedes Verständnis für das Leiden eines Menschen. Christus nachzufolgen bedeutet, sein Kreuz zu tragen, was oft sehr, sehr schwer ist. Doch das eigene Leid kann nach Paulus das vollenden, was am Leiden Christi noch offen ist. Dies bedeutet, dass wir unser persönliches Leid mit Christi Leiden vereinigen können und so durch Ihn beitragen zur Sühne für die Sünden und damit zur Erlösung.

 

Was die EKD heute vertritt, ist nicht einmal mehr christlich, sondern ein agnostischer Humanismus. Doch die Katholiken rennen immer noch den Protestanten hinterher, die sich schneller verändern als die Katholiken in ihrem Ökumenismus sich anpassen können. Jeder kann sehen wohin die Kirche gelangt, wenn sie den liberalen und modernistischen „katholischen“ Theologen folgt, für die die Protestanten das Vorbild sind.

 

 

 

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