Civitas Institut

Weihnachtsansprache des Bundeskanzlers PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 25. Dezember 2012 um 00:00 Uhr

»Feiern wir wirkliche Weihnacht? Ist es eine geweihte Nacht, die wir begehen, ein Fest, erfüllt von Weihe, von Stille, von Besinnlichkeit? Ist es wirklich ein Fest, an dem wir anderen eine Freude bereiten wollen, so wie uns einst Freude bereitet worden ist? Oder ist nicht Weihnachten dem Fluch unserer Zeit, der Rastlosigkeit, der Unruhe, der Äußerlichkeit verfallen? Ich fürchte, es ist so!

Dann wollen wir uns besinnen. Wir wollen daran denken, daß wir das Fest der Geburt des Heilandes begehen, des Sohnes Gottes, der in die Welt kam, um den armen und gehetzten Menschen den Frieden zu bringen.

 

Wir wollen versuchen, in diesen Tagen alte Quellen in uns neu zu erschließen, Quellen, die unter dem Gestrüppe des Alltages, unter dem Schutt der Kriegsereignisse, unter dem Triebsand des modernen Lebens, seiner Hast und Hetze, seiner Äußerlichkeit und Genußsucht, seinem entsetzlichen Betrieb doch noch vorhanden sind. Wir müssen sie befreien von all dem Schutt und Gestein, das diese Jahre auf sie gehäuft haben. Sie werden dann wieder lebendig werden und uns wieder Leben spenden.

 

Ich fürchte, es wird keinen Frieden, keine Ruhe, keine Freude für die Menschheit geben, wenn wir nicht zurückfinden zu den ewigen, unvergänglichen Gütern, auf denen allein das Glück der Menschen aufgerichtet werden kann.«

 

Dr. Konrad Adenauer

Weihnachtsansprache des deutschen Bundeskanzlers 1951

 

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