Civitas Institut

Aufgepickt (27) - heute: NRW, Männer mit Dutt und die Unmöglichkeit, die Augen zu öffnen PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 18. September 2016 um 16:59 Uhr

Auch in den letzten Wochen fielen uns Sätze auf: weil sie so bezeichnend, provozierend, treffend, typisch, dumm, entlarvend, belustigend, intelligent, nachdenklich oder anregend sind. Wir haben wiederum völlig willkürlich eine ganz kleine Blütenlese dieser Sätze zusammengestellt. Ab und an verdichtet sich eben etwas in einem einzigen Satz, in einem ganz kurzen Textabschnitt.

„Ich habe als Ossi 20 Jahre in NRW gelebt. Gruselig diese antrainierte blinde Top-Gun-Amihörigkeit und erscheckend geringe Allgemeinbildung und Fähigkeit viele Brüder und Schwestern da, irgendwelche Zusammenhänge jenseits von Fußball, Malle und Shoppen irgendwie zu erkennen. Was aber oft blendend durch ihr aufgeblähtes Ego sehr unsympathisch und abstoßend kompensiert wurde.“ (Kommentar auf einem politischen Blog)

„Fernsehen wurde nicht für Idioten erschaffen – es erzeugt sie.“ (Neil Postman)

praesis ut prosis, non ut imperes (hl. Bernhard von Clairvaux; frei übers.: Du stehst oben, weil du nützen sollst, und nicht, um zu herrschen)

"Ich habe den Eindruck, viele Frauen glauben, Hundeerziehungszeiten werden mal auf die Rente angerechnet…." (unbekannt)

"Ich habe geschwiegen, als das Drogerieregal für Herrenkosmetik breiter als zwei Meter wurde.
Ich habe geschwiegen, als rosa Herrenhemden Mode wurden.
Ich habe geschwiegen, als Männer begannen, meine Rede mit „okay./okay.“ und „spannend!“ nach Weiberart zu beflügeln.
Ich habe sogar Männer mit Tragetuch verteidigt, wenn andere über solche Papas spotteten.
Auch vegane Männer habe ich verteidigt.
Aber zu den derzeitigen Heerscharen von Männern mit Dutt kann ich nicht schweigen. Es muß raus: Ihr Modeopfer, ihr Lackäffchen, ihr Stutzer, ihr Schwimmärmeltrager, ihr Stromlinienförmigen, ihr Grazien! Ihr seht vollkommen beknackt aus. (Und jetzt komme mir keiner mit einem historischen/religiösen Bild. Die Typen, die ich meine, haben weder geschichtliche noch religiöse Interessen.)" (Ellen Kositza)

"Die Austauschbarkeit links- und rechtstotalitärer Personen und Methoden, selbstverständlich unter gegensätzlicher ideologischer Etikettierung, ist oft erstaunlich." (Prof. Dr. Immanuel Geiss in "Die Habermas-Kontoverse", S. 129)

„Es ist für einen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Westdeutschland oder Österreich groß gewordenen Menschen nur schwer zu verstehen, wen man da in den vergangenen Monaten ins Land gelassen hat, das gilt auch für jene, die sich damit seit langem kritisch auseinandersetzen. Wer mit Thomas Gottschalk, Buchklubs, Camping, Fix-und-Foxi-Heften und Urlauben in Jesolo groß geworden ist, für den ist es kaum vorstellbar, dass dank der naiven Politik des Establishments mitten im ehemals so biederen Europa demnächst Menschen in großer Zahl von Islamisten geköpft, gesteinigt, erstochen, gefoltert oder sonstwie massakriert werden könnten. Diese Vorstellung ist so abstrakt, so weit hergeholt, dass man sie trotz der jüngsten Entwicklungen und Vorzeichen völlig verdrängt. Dank der Mainstreammedien werden die Bürger von solchen Horrorszenarien, die in Syrien, im Irak oder in Libyen Alltag sind, verschont und stattdessen mit Warnungen vor nicht existenten Nazihorden ruhiggestellt. Lächerliche Ersatzhandlungen und Ablenkungsmanöver völlig überforderter Politiker und Journalisten.

Noch immer spielen die Politiker und Journalisten den Menschen eine heile Welt vor. Dass auch in Europa bald Zustände herrschen könnten wie in Syrien, Afghanistan oder dem Irak, kann und will sich niemand vorstellen, obwohl man hunderttausende von Menschen aus ebendiesen Ländern unkontrolliert ins Land gelassen hat. Für Menschen, deren Gewalterfahrung auf deutschen Fernsehkrimis, Ohrfeigen von Oma und Schubser von Klassenkameraden beruhen, sind das Weltbild, die Gedankenwelt und die Ziele eines jungen Mannes, der in den vormodernen archaischen Gesellschaften Tschetscheniens oder Afghanistans groß geworden ist, einfach nicht faß- und verstehbar. Völlig naiv stehen diese Menschen dem importierten Hass (auf Ungläubige), dem Frauenbild und der Gewaltbereitschaft gegenüber.“ (äußerst lesenswert: Werner Reichel, „Wir“ und die neuen Mitbürger. Schock nach einer behüteten Kindheit. Plötzlich auf dem „Highway to Hell“. eigentümlich frei 166, S. 28 - 31)

"Was ist denn bis jetzt eigentlich für den Schlafmichel passiert? Das Straßenbild ändert sich etwas, mehr Kopftücher, radfahrende Neger werden etwas mehr, hier und da eine kleine Vergewaltigung, manchmal wird etwas geklaut, im Nachbarort hat es bereits einige kleinere Krawalle gegeben u.s.w, u.s.w. An manches Gift kann man sich halt gewöhnen; man desensibilisiert sich einfach. In den eigenen vier Wänden ist ja alles wie früher. Im Fernsehen läuft Volksmusik und die nächste Kreuzfahrt mit der AIDA ist auch schon gebucht. Wird schon nicht so schlimm kommen denkt der Michel und betäubt sich damit." (Kommentar auf einem politischen Blog zum Ausgang der Berlin-Wahl am 18.09.2016)

"Wir müssen uns in der real existierenden »Demokratie« offenbar damit abfinden, daß eine deutliche Mehrheit der Wähler nicht hinreichend intelligent ist, um einfache Volksweisheiten (»Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht …« oder »gebranntes Kind scheut das Feuer«) in ihr Wahlverhalten zweckdienlich einzubauen." (Kommentar auf einem politischen Blog zum Ausgang der Berlin-Wahl am 18.09.2016)

JV

 

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