Civitas Institut

Tschenstochau: Hunderttausend beim Bußtag für die Kultur des Lebens PDF Drucken E-Mail
Montag, den 17. Oktober 2016 um 15:38 Uhr

Mehr als 100 000 Menschen haben sich am vergangenen Samstag in Tschenstochau zu einem in dieser Art einzigartigen Ereignis versammelt, das eigentlich in Zeiten wie diesen kaum eine solche Menge in Bewegung setzt: zu einem Tag der öffentlichen Buße nämlich. Unsere Qualitätsmedien, die sich nur allzu gerne über ein paar hundert schwarzgekleidete Furien auslassen, welche kreischen, ihr Bauch gehöre ihnen - diese unsere Qualitätsmedien verlieren darüber natürlich kein Wort.

Die Initiative ging von einer kleinen Stiftung mit dem Namen Solo Dios basta aus (das ist der berühmte Satz der hl. Theresia: Gott allein genügt), die von einem Dokumentarfilmproduzenten und Regisseur gegründet wurde. Sie soll dazu dienen, das Evangelium im Licht der Lehre der hl. Faustina zu verbreiten.

Die hl. Faustina sagte: "Wir laden euch nach Jasna Góra ein zur Sühne für alle Sünden, die in Polen begangen wurden und werden. Das ist ein Ereignis, welches die gesamte Kirche angeht. Es soll alle Formen der Spiritualität versammeln, alle Gemeinschaften, alle Organisationen. Ihr alle seid eingeladen. Das polnische Volk ist geteilt, es gibt viel Bosheit und Haß. Viele Leben in Angst, Unsicherheit und Süchten. Das sind die Folgen der Sünden, die wir begangen haben, wir und unsere Vorväter. Wenn wir diese "Große Buße tun, dann können wir den Lauf der Geschichte ändern. Die Geschichte eines jeden von uns und die Geschichte der ganzen Welt. Jetzt ist die Zeit eines machtvollen Kampfes der Zivilisation des Lebens gegen die Zivilisation desd Todes gekommen. Jetzt ist der Augenblick gekommen, der von jedem von uns eine schnelle und eindeutige Antwort erfordert."

Die Stiftung hatte den Vorsitzenden der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Gadecki von Posen, eingeladen. Was geschah? Antwortete der Erzbischof, daß er diese wichtige Initiative unterstütze, daß sein Terminkalender eine Teilnahme jedoch unmögölich mache? Nichts von alledem. Zusammen mit anderen Bischöfen begab er sich zum Ort des Geschehens, feierte dort das Hochamt und predigte beachtenswert über die Sünde, unterstrich dabei, daß die Sünde immer eine persönliche Sünde ist, daß es aber öffentliche Sünden gibt, die auch eine öffentliche Buße erfordern. Natürlich fand man darin auch die Lehre Johannes Pauls II. über die "Strukturen der Sünde" wieder.

Der Brief Erzbischof Gadeckis, den wir unten wiedergeben, ist im Zusammenhang des augenblicklichen, intensiven Kampfes, dem Polen jetzt ausgesetzt ist (wir berichteten hier mehrfach), höchst bedeutsam und interessant. Und es ist wirklich erhebend, zu sehen, daß eine derartig riesige Mernge von über 100 000 Menschen aus allen gesellschaftlichen Ständen, viele in sehr bescheidener Lage, sich an einem Oktobertag dem schlechten Wettzer aussetzt, um stundenlang im Freien an den Mauern des Klosters zu verharren und Zeugnis abzulegen von ihrer Ablehnung der Zivilisation des Todes, Zeugnis abzulegen von ihrem Glauben, daß die Muttergottes von Tschenstochau uns noch einmal retten wird. Es ist begeisternd, die langen Schlangen zu sehen, die sich vor den Dutzenden von Priestern bilden, welche unter freiem Himmel, meistens stehend, von Angesicht zu Angesicht die Beichte der Pilger hören.

Das ist eine ganz ausgezeichnete Antwort auf den Zirkus, der im europäischen Parlament veranstaltet wird, in und von der europäischen Kommission, von der Bürgerplattform und anderen Kommittees zur Verteidigung der Demokratie. Die Sache ist klar und eindeutig: auf welcher Seite stehst Du? Wie stehst Du zur Lehre der Kirche, die der polnische Papst in Fragen der Moral immer standhaft verteidigt hat?

Die klare Stellungnahme der polnischen Bischöfe richtet vieles wieder auf, was am Verhalten deutscher Bischöfe nichts als deprimierend ist.

Hier nun zum Schluß der Brief von Erzbischof Gadecki:

"Warschau, den 6. September 2016

Sehr geehrter Herr,

mit großer Freude habe ich die Einladung erhalten, die an mich gerichtet wurde, an der Initiative der "Großen Buße" teilzunehmen, die von der Stiftung Dio Solo Basta am 15. Oktober dieses Jahres am Heiligtum der Muttergottes von Jasna Góra in Tschenstochau organisiert wird.

Die Feier des 1050. Jahrestages der Taufe Polens in diesem Jahr ist für uns eine Aufforderung, zunächst einmal Gott für das Geschenk des Glaubens und die geistlichen und gesellschaftlichen Wohltaten zu danken, die für unser Vaterland daraus hervorgegangen sind. Der Glaube an Jesus Christus ist die Grundlage für alles, worauf die Jahrhunderte hindurch Generationen von Polen die Geschichte eines Volkes aufgebaut haben, das trotz seiner dramatischen Geschichte seine Identität bewahrt hat, vereint in den Werten, die sich aus dem Evangelium ergeben. Die unveräußerliche Würde der menschlichen Person und das Lebensrecht, das sich daraus erbvibt, die Solidarität, die gegenseitige Hilfe, die Freiheit und schließlich auch die Liebe und das Verzeihen, das sind nue einige der Ideen, welche die Entwicklung auf allen Ebenen der Gesellschaft sichern, den Frieden und die Sicherheit.

Obgleich die Treue zu Christus, zum Kreuz und zum Evangelium ein Charakterzug zahlreicher Generationen von Polen ist, kann man in den letzten Jahren feststellen, daß in gewissen gesellschaftölichen Gruppen eine Gleichgültigkeit gegenüber der Religion zunimmt. Diese Tendenz gibt es nicht nur in unserem Vaterland, sondern auch in vielen Ländern Europas.Die Entscheidung Papst Franziskus', ein außerordentliches Jahr der Barmherzigkeit auszurufen, erscheint in diesem Jahr providentiell, in dem es die Aufgabe der Kirche ist, das barmherzige Geschicht des Vaters noch mehr zu zeigen, von der Barmherzigkeit Zeugnis abzulegen und Barmherzigkeit zu erweisen.Die Entdeckung der Barmeherrzigkeit nämlich ist der Beginn der Bekehrung.

Die Initiative der "Großen Buße" paßt genau in diesen Vorgang. Durch das Sakrament der Buße und der Versöhnung kann der Mensch die Erfahrung einer vollkommenen Barmherzigkeit machen, die Erfahrung eines vergebenden Gottes, der in Jesus Christus die Sünde und den daraus entstehendenTod auf sich nimmt, damit dem Menschen das Leben geschenkt wird.

Ich versichere die Organisatoren und die Teilnehmer dieser Initiative meiner Unterstützung und meines Gebetes um die Fürsprache der Jungfrau von Jasna Góra und gebe ihnen meinen Segen.

Stanislaw Garecki

Erzbischof von Posen"

Ein Video über die "Große Buße" findet man hier.

JV

 

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