Civitas Institut

… und Frankophobie in Frankreich PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 08. Februar 2017 um 12:31 Uhr

Erst 38 Jahre ist er alt, der „unabhängige“, aber linke französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron; aktuell liegt er hinter Marine LePen auf dem zweiten Platz der Umfragen. Mit der Kultur seines Volkes hat er aber so seine Schwierigkeiten: es gebe sie nicht, sagt er, und ruft damit heftige Reaktionen hervor.

Er sei ein „Leugner“, ein Globalisierungs-Dümmling“, sind einige der Reaktionen darauf, dass er laut Meldungen in französischen Medien gesagt haben soll: „Es gibt keine französische Kultur. Es gibt eine Kultur in Frankreich. Und die ist verschiedenartig“.

Macron gilt als Chou-chou, als Liebling der linksliberalen Intelligenzija. Eine „demokratische Revolution“ will er, „eine demokratische Revolution für Europa“, ja, den „roten Faden des tausendjährigen europäischen Projekts“ will er wiederfinden.

Macron war Banker, und darauf spielt auch die eine oder andere Reaktion auf twitter an, die auf seine unsägliche Aussage eingeht:

„Für Macron existiert die französische Kultur nicht: schon klar, ein Bankkonto hat ja noch nie „Die Elenden“ und die Börse hat noch nie „Germinal“ geschrieben“, schreibt Gilbert Collard, Rechtsanwalt und Generalsekretär der Bewegung Bleu Marine, am 05.02.

„Für den Auserwählten der Banken gibt es keine französische Kultur. Macron ist ein Kandidat der Leugner“, ist der Kommentar von Robert Ménard, ehemaliger Journalist und aktuell Bürgermeister von Béziers (Leugner, „négationiste“, ist im Französischen jemand, der irgendeine historische Tatsache in Abrede stellt).

„Es gibt keine französische Kultur sagt Macron! Globalisierungs-Dummling, Identitäts-Vergesser = ein reines Produkt der letzten 30 Jahre.“ - Anne Lorne, Les Républicains (konservative Partei), und dann auch:

„Das Butter-Schinken-Baguette“, gepostet von der Ehrenpräsidentin der Christdemokraten, Christine Boutin, zusammen mit einem Bild eines äußerst schmackhaft aussehenden ebensolchen „Butterbrots“.

Das staatliche französische Schulsystem verzichtet seit Jahrzehnten u.a. auf einen nennenswerten Geschichtsunterricht, in den Staatsschulen beginnt die französische Geschichte mit der Revolution von 1789; von allem, das vorher geschah, ist lediglich ganz solide bekannt und fest in der nationalen Erinnerung, dass es die bösen Könige und den verkommenen Adel gab, die gemeinsam mit dem Klerus das Volk ausbeuteten. Ein Gefühl für das „Eigene“ lässt sich darauf natürlich nicht aufbauen.

Emmanuel Macron und alle, die so denken wie er (und damit in Europa leider nicht gerade eine isolierte Minderheit sind), sind tatsächlich die (gewollten) Produkte dieser Erziehung zur Ignoranz. Ignoranten kann man zu allem gebrauchen. Sogar als Präsidenten.

JV

 

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