Civitas Institut

120.000 Kirchenaustritte PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 22. September 2009 um 06:47 Uhr

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch hat vor Beginn der Herbstvollversammlung mitgeteilt, daß im vergangenen Jahr 2008 120.000 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. Dafür konnte er der Piusbruderschaft nicht die Schuld geben, weil diese Kampagne erst im Februar 2009 begann. Im Jahr 2007 waren 93.000 Menschen aus der Kirche ausgetreten.

Über die Gründe für den starken Anstieg der Kirchenaustritte kann sich der Erzbischof „noch kein klares Bild machen“. Die Zahl der Kindertaufen, Erstkommunionen und Erwachsenentaufen sei weitgehend gleich geblieben.

 

Auch die Wirtschafts- und Finanzkrise habe sich nicht auf die Kirchenaustritte ausgewirkt.

 

Infolge der Kirchenaustritte wird die katholische Kirche in Deutschland etwa 10% weniger Kirchensteuern einnehmen. Es gibt aber ausreichend Einsparpotential. So kann man beispielsweise die zahlreichen Pastoralassistenten, die wesentlich zur Zerstörung der Kirche beitragen, entlassen, oder die Beiträge an das Zentralkomitee Deutscher Katholiken streichen, was einem klaren Profil der Kirche sehr entgegenkommt.

 

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ging auch auf die bevorstehende Bundestagswahl ein, wobei er es aber, wie üblich vermied, die übernatürliche Perspektive der Kirche in den Mittelpunkt zu stellen. Statt die Menschen zu einer Umkehr zu Christus aufzurufen, der wieder in den Mittelpunkt von Staat und Gesellschaft gerückt werden muß, um die Probleme der Gegenwart zu bewältigen, mahnte er die Schuldenbelastung an. forderte „Generationengerechtigkeit“, beklagte, daß die Bildung im Wahlkampf keine Rolle gespielt habe und hätte es gerne gesehen, wenn „Werte“ eine größere Beachtung gefunden hätten.

 

Das eine Kirche, die sich in den Kanon der anderen „gesellschaftlichen Kräfte“ einreiht und ihren Anspruch, einzige Mittlerin des Heils der Menschen zu sein, aufgibt, keine Bindungskräfte auf ihre Mitglieder ausübt, ist kein Wunder. Mitglied im ADAC ist man schließlich auch nur solange, wie man sich davon persönliche Vorteile verspricht. Und da hat der ADAC vermutlich mehr zu bieten als die katholische Kirche.

 

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