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Kardinal Meisner greift den Atheismus an PDF Drucken E-Mail
Montag, den 02. November 2009 um 18:22 Uhr

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat an Allerheiligen mit klaren und unmißverständlichen Worten den neuen Atheismus angegriffen und ihn als Bedrohung der Menschheit bezeichnet. Das in DDR-Zeiten propagierte Gebot „Du sollst keine Götter neben der Wissenschaft haben“ feiere wieder Auferstehung, sagte der Kardinal in seiner Predigt.

Der Mensch werde wie damals „auf das quantitativ Messbare reduziert“. Der Kardinal warnte vor „ideologisierten Biophysikern, Hirnforschern und Evolutionisten“, die den Menschen als Ebenbild Gottes und vernunftbegabte moralische Person ausmerzen wollten.

 

Nach den Worten des Kardinals verliert die so genannte wissenschaftliche Vernunft ihr Korrektiv, wenn sie von allen geistigen und religiösen Wurzeln abgeschnitten werde. Wenn beispielsweise Menschen geklont werden, träten sie nicht mehr als Geschenk des Schöpfers in die Welt, sondern „als Produkt unseres Machens“. Dabei könne dann nach selbst gewählten Bedürfnissen selektiert werden.

 

Der Kardinal verwies auf den britischen Schriftsteller Richard Dawkins. Dieser „Vorreiter der neuen Gottlosen“ definiere den Menschen als Verpackung der allein wichtigen Gene, so wie die Nationalsozialisten im einzelnen Menschen nur den Träger des Erbgutes seiner Rasse gesehen hätten.

 

Scharfe Kritik übte der Erzbischof auch am australischen Philosophen und Euthanasiebefürworter Peter Singer; dieser halte ein Schwein oder einen Affen für wertvoller als ein hilfloses Baby oder altersschwache Menschen, die prinzipiell getötet oder der Forschung zur Verfügung gestellt werden könnten.

 

Der wissenschaftliche Atheismus und Aktionen wie die Atheismuswerbung auf Bussen sind laut Meisner „keine harmlosen Experimente einiger Leute“. Sie könnten wie in früheren Zeiten „viele Menschen buchstäblich das Leben kosten“. Der Kardinal mahnte die Naturwissenschaftler, ihre Grenzen zu erkennen: „Sie haben Kompetenz im Labor, aber für die übrige Weltwirklichkeit sind sie nicht speziell zuständig.“

 

Das Fest Allerheiligen sei „die große Gegenbewegung der Kirche gegen den veruntreuten Himmel“, so der Erzbischof. „Heute sehen wir gleichsam den Himmel offen. Vor uns stehen die Heiligen als Ziel unseres Lebens.“ Der Mensch brauche Ewigkeit, denn jede andere Hoffnung sei für ihn zu kurz.

 

Sogleich sprang der Kölner Stammzellforscher Jürgen Hescheler den Atheisten zu Seite und forderte den Dialog. Henscheler sagte: „Wir versuchen alle, dass Wissenschaft und Kirche wieder näher zusammenkommen. Die Aussagen von Kardinal Joachim Meisner vertiefen die Gräben nun wieder“.

 

Welche Folgen der „Dialog“ hat, den die Kirche nun schon über 40 Jahre mit allen möglichen Ideologien, Weltanschauungen und Religionen führt, zeigt ein nüchterner Blick auf die Gegenwart: Die Kirche hat ihre Autorität fast vollständig eingebüßt! Christus hat keine "Dialoge" geführt, sondern das Wort Gottes verkündet und Seine Hl. Kirche hat genau die gleiche Aufgabe.

 

 

 

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