| Finanzkrise: Der noch größere Crash kommt sicher |
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| Sonntag, den 15. November 2009 um 14:15 Uhr | ||||
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In einem Kommentar von Holger Steltzner im Wirtschaftsteil der FAZ vom Samstag, den 14.11. und in einem Beitrag von Patrick Bernau für die Frankfurter Sonntagszeitung von heute wird mit starken Argumenten vor dem nächsten Zusammenbruch des Weltfinanzsystems gewarnt. Auch andere Finanzfachleute und Banker warnen für der unkontrollierten Verschuldung der Staaten.
Die Notenbanken haben mit einer Geldschwemme ohne Beispiel auf die Finanzkrise reagiert. Da die Nachfrage- und Konsumschwäche bisher noch anhält, ist eine größere Inflation ausgeblieben. Sobald die Produktion und der Konsum wieder anziehen, wird allerdings die Inflation folgen.
Wenn die Staaten nicht in Kürze wieder das in den Markt gepumpte Geld zurückziehen und die Zinsen erhöhen, wird eine massive Inflation die Folge sein. Die Staatsverschuldung ist in allen westlichen Ländern derart massiv gewachsen, daß sie im Euroraum z.B. bald 100% des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Das bedeutet, daß die Schulden genauso hoch sind, wie der Wert aller in Europa produzierten Waren und Dienstleistungen. Eine solchen Schuldenlast kann nicht mehr abgetragen werden. Konsequenz: Inflation!
Die tatsächlichen Staatsschulden werden dabei noch verschleiert. Zu ihnen gehören auch die Pensionsansprüche der Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes. Würden diese mit in die Schuldenlast eingerechnet, betrüge die Schuldenlast ein mehrfaches des Bruttoinlandsprodukts. Es bleibt nur die „Flucht in die Inflation“.
An den internationalen Devisenmärkten wird bereits jetzt darüber spekuliert, daß die Amerikaner mit Hilfe ihrer Notenbank eine Politik der kontrollierten Inflation versuchen. Durch eine Dollarabwertung sollen die Gläubiger der USA in Asien und Europa die Schulden der USA abtragen.
Zugleich wird an den Finanzmärkten wieder heftig spekuliert, da die Zinsen, mit denen die Geschäfts- und Investmentbanken bei den Notenbanken Geld leihen können 0% betragen: „money for nothing“.
Die führt dazu, daß gewaltige Kredite aufgenommen werden und in andere Währungen angelegt werden, bei denen die Geldeinlage Zinsen abwerfen. So macht man Geld aus nichts. Man nennt dies „Carry Trades“. Erhöht die Notenbank die das Geld geliehen hat, den Zins, bricht das System zusammen und der Kreditnehmer wird zahlungsunfähig. Dabei geht es um viele Milliarden Dollar.
Weitere Gefahren sind die massive Differenz zwischen dem für 2010 erwarteten Wirtschaftswachstum und dem Realzins. Diese Differenz beträgt 3%. Dies treibt die Preise von Vermögenswerten in die Höhe und reizt zur Verschuldung, um diese Werte zu erwerben.
Man erinnert sich: Die Weltfinanzkrise nahm ihren Anfang im US-Immobiliengeschäft auf Grund der extremen niedrigen Zinsen für Immobiliendarlehen. Diese Darlehen wurden über verschiedene Kanäle weltweit gehandelt und weiterverkauft. Als die Zinsen stiegen platze die Immobilienblase.
„Nouriel Roubini, der wegen seiner Warnung vor der Kreditblase berühmt gewordene Ökonom, spricht bereits von der ‚Mutter aller Carry Trades’ und sieht Geldpolitiker am Werk, die eine ‚Monsterblase’ erschaffen.“ (FAZ).
Solange Politiker, die nur bestenfalls in Vierjahres-Rhythmen denken, Einfluß auf die Finanzpolitik ausüben, wird die Wirtschaft nicht zur Ruhe kommen. Politiker sind nicht nur unfähig, sondern es gehört auch nicht zu ihren Aufgaben, direkt in die Wirtschaft und Finanzen einzugreifen. Diese Aufgabe muß in die Hand der Wirtschaft selbst übergehen. Doch selbstverständlich nicht in die Hände einzelner profitgieriger Unternehmen und Banken, sondern in wirtschaftlichen Korporativen, Berufsgemeinschaften, deren Ausschüsse mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern paritätisch besetzt sind und die sich am Gemeinwohl orientieren.
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Alles sieht derzeit nach Aufschwung aus. Die Aktienkurse steigen wieder kräftig. Doch der Schein trügt. Der Grund dafür ist kein reales Wirtschaftswachstum, sondern die massive Geldschwemme, die durch die Zentralbanken erzeugt wird. Damit wird die Krise mit den Mitteln bekämpft, durch die sie entstanden ist. Fachleute sind sich sicher: Der Supercrash kommt sicher.
