Civitas Institut

"Ratzinger hat geweint, als er meine Geschichte gehört hat" PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 20. April 2010 um 15:25 Uhr

Von der gelenkten Presse praktisch unbeachtet, hat der Heilige Vater die katholische Insel Malta besucht, und über die zum Teil gehässige und verzerrende, in jedem Falle minimalistische Berichterstattung (so sie denn überhaupt stattfand) hinaus tut es gut, einen Strahl der Wirklichkeit zu finden: hier unsere Übersetzung eines Artikels aus der italienischen Zeitung "il giornale" vom 19. April:

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"Es war wirklich ein wunderbares Erlebnis, nach all diesem Leid, wir haben alle geweint, auch der Papst hat geweint." Joseph Magro ist 38 Jahre alt und zeigt stolz den Rosenkranz, den er gerade aus der Hand des Papstes empfangen hat. Zusammen mit sieben anderen Opfern sexuellen Mißbrauchs im Waisenhaus San Giuseppe konnte er einige Minuten von Angesicht zu Angesicht mit Benedikt XVI. sprechen, weit weg von den Fernsehkameras, in der Kapelle der Nuntiatur.

Konnte er erzählen, was ihm geschehen ist?

"Seit dem Alter von 15 Jahren war ich Opfer sexueller Übergriffe, von 1988 bis 1990, im Waisenhaus San Giuseppe. Pater Pulis, ein Priester, folgte mir morgens, küßte mich auf den Mund und verging sich an mir. Ich konnte nicht darüber sprechen, ich konnte mich nicht dagegen wehren, ich konnte nichts sagen, er hatte mir gedroht, daß er mich sonst aus dem Heim werfen würde. Nach sieben Jahren wurde der Prozeß eröffnet, aber wir haben noch kein Urteil, Gerechtigkeit ist noch nicht hergestellt worden."

Wie ist denn das Treffen mit dem Papst verlaufen?

"Ich hatte kein Vertrauen mehr in die Priester, doch jetzt, nach dieser ergreifenden Erfahrung, die ich machen durfte, habe ich wieder begonnen zu hoffen. Ihr in Italien habt da einen Heiligen! Verstanden? Ihr habt einen Heiligen.

Kann er schildern, was er mit Benedikt XVI. gesprochen hat?

"Als ich ihm gesagt habe, daß ich Joseph heiße, hat der Papst die Augen aufgerissen: "Joseph, wie ich!" Ich habe ihn gefragt: "Warum hat dieser Priester mir das angetan, warum hat er mich mißbraucht?" Er hat mir geantwortet, hat mir gesagt, daß er für mich beten wird, und dann haben wir zusammen gebetet."

Wie hat der Papst in diesem Augenblick reagiert?

"Es hat mich sehr betroffen, daß er so sehr gelitten hat. Man sah, daß er mit mir litt. Ich wollte nicht, daß er wegen mir litt, ..., aber er hat mit mir zusammen geweint, obwohl er doch keine Schuld daran hat, was mir geschehen ist."

Hatten Sie mit diesem Treffen gerechnet?

"Nein. Es war eine große Freude für mich, von ihm auf diese Weise empfangen und angehört worden zu sein. Ich hatte seine Ansprache auf dem Flughafen gehört, am Samstag morgen, und da war kein Wort über die Probleme der Mißbrauchsopfer. Aber heute morgen (Donnerstag, 18. April. Die Red.) nach neun Uhr wurde ich angerufen: ich sollte zum Haus des Bischofs kommen, dort sei der Papst. Jetzt, nach diesem Treffen, habe ich etwas Frieden gefunden. Er hat mir einen Rosenkranz geschenkt, und den trage ich jetzt um den Hals."

-- Soweit der Bericht des "il giornale". "Ihr in Italien habt da einen Heiligen! Verstanden? Ihr habt einen Heiligen." - Auch, wenn man sich dieser Meinung nicht unbedingt und sofort anschließen muß: mancher, der sich heute in Deutschland mit der Feder vergeht, sollte sich nochmals überlegen, was er getan hat, was er da tut. Sei er nur "Schreiber", sei er "Schriftgelehrter", sei er "Pharisäer" oder sei er gar verhinderter Möchtegern-Gegenpapst.

JV

 

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