Civitas Institut

Der Zweck der Macht PDF Drucken E-Mail
Montag, den 29. August 2011 um 08:51 Uhr

Im Nahen Osten (aber auch anderswo) kämpfen Despoten verbissen und mit brutaler Gewalt um die Erhaltung ihrer Macht. Oft seit Jahrzehnten kleben sie an ihrer Macht und haben diese durch Korruption, Erpressung und Unterdrückung zu halten versucht. Sie benutzen die ihnen verliehene Macht, die sie als sich selbst verdiente Macht verstehen, entweder zur Bereicherung oder zum Selbstzweck. Doch niemand hat Macht durch sich selbst und die Macht, die jemand besitzt ist ihm stets zu einem Zweck verliehen worden. Dies scheint heute fast überall vergessen worden zu sein.

 

 

Wie viele andere Dinge hat auch die Macht einen Zweck, der nicht in ihr selbst liegt. Zweck der Macht, die jemandem verliehen wird, ist die Erhaltung und Verbesserung des Gemeinwohls. Das beginnt bei der Macht der Eltern über ihre Kinder, setzt sich fort bei der Macht des Arbeitgebers über die Arbeitnehmer und endet bei der Macht der Regierenden über das Volk.

 

Die Erhaltung und der ganz allgemein der Dienst am Gemeinwohl erfordert eine Macht, die ordnend und lenkend die Menschen führt. Ohne eine solche Führung versinkt alles in Chaos und Anarchie. Doch Unordnung entsteht ebenso durch den Missbrauch der Macht. Jede Überschreitung der Grenzen der gesetzten Macht ist ein Missbrauch derselben, denn kein menschlicher Machthaber ist allmächtig. Seine Macht ist stets begrenzt. Eine solche Machtüberschreitung liegt bereits dann vor, wenn sich staatliche Machthaber in die Rechte der Eltern einmischen und endet in der Tyrannei, wie sie in verschiedene arabischen Staaten herrscht.

 

Aber auch moderne Massendemokratien sind nicht vor der Tyrannei gefeit. In immer weitere Bereiche des alltäglichen Lebens sind die europäischen Staaten und ihre Machthaber in den vergangenen Jahren eingedrungen, obwohl dies vielfach eine massive Überschreitung der Kompetenzen bedeutet. Soziale Gerechtigkeit und Gemeinwohl kann es aber nur geben, wenn „das oberste Prinzip der Soziallehre“ (Pius XI.) beachtet wird, die Subsidiarität.

 

Dieses Prinzip besagt, dass keiner untergeordneten Institution Aufgaben durch eine höhere Institution abgenommen werden dürfen, die diese selbst erledigen kann. Doch die Politik der EU und der Nationalstaaten, die ihre Selbständigkeit immer mehr verlieren, geht in die umgekehrte Richtung und dies führt über kurz oder lang zur Tyrannei.

 

Wie tyrannische Herrschaftsformen enden, erleben wir derzeit in Libyen, Syrien und anderen arabischen Staaten. Insofern sollte die Entwicklung im Nahen Osten auch den europäischen Politikern eine Warnung sein. Doch diese fühlen sich sicher und glauben, die Völker des Nahen Ostens wollten „Demokratie“ wie in Europa.

 

Die Macht dient dem Gemeinwohl und wenn ein Politiker oder eine andere Autoritätsperson aufhört dem Gemeinwohl zu dienen, wenn eine Autorität gegen das Prinzip der Subsidiarität verstößt, verliert sie das Recht zu herrschen. Die Macht ist kein Selbstzweck!

 

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