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„Messire Dieu premier servi“ - Europa Christus, dem König! PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 30. Oktober 2011 um 05:47 Uhr

Europa, geographisch ein Wurmfortsatz Asiens, ruht auf drei Hügeln, wie es auch Papst Benedikt neulich wieder hervorhob: auf der griechischen Philosophie, symbolisiert durch die Akropolis, dann auf dem römischen Recht, dargestellt durch das Kapitol, und vor allem auf dem Erlösertod Christi, des Königs, auf Golgotha. Geschichte, Kultur und Leben dieses winzigen Kontinents sind durch das Christentum geworden und nach wie vor geprägt: Europa gehört Christus, dem König.

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum dieses Europa so einzigartig ist. Einer davon ist derjenige, dass es sich jahrhundertelang gegen den Eroberungswillen einer aggressiven Kultur wehren musste und zugleich durch die Umklammerung durch eben diese Kultur fast gänzlich auf sich selbst gestellt war. So entwickelte sich ein in aller Unterschiedlichkeit zusammenhängendes Ganzes, ganz Eigenes: europäische Musik, Malerei, Literatur, Baukunst ist insgesamt homogen gewesen und hat doch der Unterschiedlichkeit der europäischen Völker immer respektvollen Ausdruck verliehen.

Das christliche Europa verband die Europäer durch den Glauben und durch die Regeln, durch die dieser Glaube ein Zusammenleben ermöglicht. Anlässlich seines Deutschlandbesuches hat Papst Benedikt das wieder deutlich gemacht: natürlich sei er, so sagte er auf dem Hinflug den Journalisten, Deutscher und deutsch geprägt. Durch die Taufe aber gehöre er zum Volk Gottes, das aus allen Völkern der Erde bestehe.

Die Geschichte unseres Europa ist christlich, und es ist die Tragik, es ist die Tragödie Europas, dass die Gegenwart – obgleich vom Christentum tief geprägt – sich anscheinend davon abwendet. Der Augenschein erweist, dass die Völker Europas dadurch nicht glücklicher geworden sind als sie es im geschichtlichen Vergleich waren.

Wie sieht die Königsherrschaft Christi über die Gesellschaft aus? Was macht sie aus?

In anderen Kulturen ist die Familie, ist der „Clan“ der ausschließliche Lebenskreis. Auch in frühen Zeiten der europäischen Geschichte war das so. Gesellschaft bedeutete, dass Clan gegen Clan, Familie gegen Familie stand, wenn es darum ging, Rechte und Besitz zu erlangen, zu erhalten, zu bewahren. Im Clan hat man seinen Halt, außerhalb des Clans hat man keinerlei Sicherheit. An Gesellschaftsstrukturen dieser Art scheitert unter unseren Augen die Demokratisierung Afghanistans, und gleiche Strukturen sind im frühlingshaften (Nord-)Afrika der blühenden Jasminbüsche gegeben.

Das Gebot der Nächstenliebe ist weit mehr als dasjenige der großzügigen Gastfreundschaft, das auch in anderen Kulturen geachtet wird. Es soll auch (auch!) den Zusammenhalt sichern: Familie, Clan, Stamm usw. gewinnen einen ganz anderen, eben nicht mehr der Konkurrenz verpflichteten Sinn. Zugelassen ist nicht mehr der Kampf gegeneinander, sondern das gegenseitige Messen im friedlichen Wettstreit, der griechische „agon“. Kampf und Krieg sind nur und einzig zur Verteidigung erlaubt, und wenn Christen sich daran nicht gehalten haben, dann haben sie gegen die Gebote Gottes verstoßen. Die Herrschaft des Christkönigs ist eine Herrschaft des Friedens in einer Freiheit, die höher ist als das, was die Revolution unter Freiheit verstand und versteht.

Das Christentum erst hat den Menschen frei gemacht. In zähem Ringen ist es gegen die Sklaverei vorgegangen, hat als erstes über die Würde des Sklaven gesprochen, eben weil er eine von Gott geschaffene Seele hat, wie jeder andere Mensch auch. Erst im Christentum ist die Frau nicht mehr das,was sie auch heute noch in anderen Kulturen ist, sondern die gleichberechtigte, sich mit dem Mann ergänzende Partnerin. Diese Gleichheit in der gleichberechtigten Verschiedenheit ist so viel mehr als die Gießkannen- und Rasenmäher- „Gleichheit“ der Revolution und des Sozialismus: nicht „jedem das Gleiche“, sondern „jedem das Seine“ war und ist eines der grundlegenden Prinzipien der christlichen Gesellschaft unter Christus, dem König.

Die Herrschaft Jesu Christi über die Gesellschaft bedeutet sehr wohl Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Es blieb der Revolution vorbehalten, in der ihr eigenen Art diese Begriffe auszuhöhlen, mit unpassenden und unlogischen Inhalten neu zu füllen und somit zu unser aller Unglück zu verfälschen, zu mißbrauchen.

Es gibt eine Rückbesinnung. In Paris gehen seit Tagen entschlossene Christen vor dem Théâtre de la Ville auf die Straße und protestieren friedlich, kniend, betend und singend gegen ein entsetzlich blasphemisches „Theaterstück“ (ohne Christus verkommt eben auch die Kunst). Sie lassen sich von Polizisten der Republik festnehmen und abführen, von den Medien und sogar vom Pariser Kardinal Vingt-Trois verhöhnen. Angefangen hat es mit einer Handvoll Katholiken; gestern waren sie nach Angaben von Teilnehmern mehr als fünftausend. Und es war eine „Ökumene der Tradition“: gemeinsam, Schulter an Schulter beteten Katholiken, die sich verschiedenen Gruppierungen der Tradition zugehörig fühlen. Und eine Online-Umfrage der Tageszeitung „Figaro“ ergibt eine erstaunliche Zustimmung von über 95 % der mehr als 5000 Umfrage-Teilnehmer, Zustimmung zum friedlichen Protest der Christen. Die Kommentarspalten einschlägiger Blogs sind voll von zustimmenden Aussagen wie „Ich bin zwar kein Christ, aber...“, „Auch als Atheist anerkenne ich...“, „Schließlich ist das der Ursprung unserer Nation...“.

Christus, der König, will heute unser Bekenntnis, unser öffentliches Bekenntnis zu ihm als dem milden Herrscher über die Seelen, über die Familien, die Gemeinden, die Provinzen, den Staat. Wir dürfen es ihm gerade in diesen Zeiten unter gar keinen Umständen versagen, denn er sagt von sich selbst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Es lebe Christus, der König: Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat!

JV

 

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