Civitas Institut

Ungerechten Befehlen aber darf der Christ nicht gehorchen PDF Drucken E-Mail
Montag, den 06. Februar 2012 um 10:35 Uhr

In den USA hat eine im August 2011 erlassene Richtlinie des Gesundheitsministeriums eine kräftige Reaktion der katholischen Bischöfe hervorgerufen. Durch diese Richtlinie (mit Gesetzeskraft ab August 2013) werden alle Arbeitgeber verpflichtet, eine „Krankenversicherung“ abzuschließen, die Verhütungsmittel einschließlich frühabtreibende Mittel, Abtreibung und Sterilisation finanziert.

 

Ausnahme gelten nur für religiöse Organisationen, die überwiegend eigene Glaubensanhänger beschäftigen. Sonst nicht. Dies bedeutet, daß die meisten katholischen Schulen, Krankenhäuser und Wohlfahrtsinstitutionen in Zukunft entweder alle nicht-katholischen Angestellten nicht mehr versichern dürften oder die Katholiken müßten sich der „Kultur des Todes“ beugen.

 

Fast der gesamte amerikanische Episkopat der USA hat dieses Gesetz zurückgewiesen und zivilen Ungehorsam angekündigt. Die Gläubigen werden zu Gebet und Bußwerken aufgerufen, um dieses „Gesetz“ abzuwenden.

 

Papst Leo XIII. hat dargelegt, welche Autorität der Staat hat und welche er nicht hat:

 

»Denn wenn die Gewalt der Staatenlenker gewissermaßen eine Teilhabe an der göttlichen Gewalt ist, so empfängt sie eben deswegen fortgesetzt eine übermenschliche Würde. Nicht zwar jene gottlose und höchst törichte, wie sie ehedem die heidnischen Kaiser, die nach göttlichen Ehren strebten, forderten, sondern eine wahre und echte, von Gottes Gnaden und als Wohltat von ihm empfangen.

 

Darum müssen die Bürger den Staatsoberhäuptern untertan und ihren Geboten gegenüber gehorsam sein wie Gott selbst, nicht so sehr aus Furcht vor Strafen, als aus Achtung vor ihrer Majestät, nicht aus Schmeichelei, sondern im Bewußtsein ihrer Pflicht. Hierdurch wird die Befehlsgewalt um vieles gefestigt. Denn wenn die Bürger die Tragweite dieses Amtes erkennen, so werden sie sich folgerichtig vor Ungesetzlichkeit und Ungehorsam hüten, weil sie überzeugt sein müssen, daß, wer der politischen Gewalt sich widersetzt, dem göttlichen Willen selbst sich widersetzt, wer dem Staatsoberhaupt die Ehre verweigert, sie Gott selbst verweigert.

 

In dieser Lehre hat der Apostel Paulus die Römer ausdrücklich unterrichtet; an sie schrieb er bezüglich des Gehorsams, welchen wir den höchsten Machthabern zu leisten haben, mit solchem Nachdruck, daß es den Anschein erweckt, ihnen nichts Wichtigeres mitzuteilen. ,Jedermann unterwerfe sich der obrigkeitlichen Gewalt; denn es gibt keine Gewalt außer von Gott, und die, die besteht, ist von Gott angeordnet. Wer demnach sich der Gewalt widersetzt, der widersetzt sich der Anordnung Gottes. Und die sich widersetzen, ziehen sich selbst das Gericht zu ... Darum ist es euere Pflicht, untertan zu sein, nicht nur um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen“ (Röm XIII 1, 2, 5).

 

Und mit ihm stimmt in derselben Frage das unzweideutige Wort des Apostels Petrus überein; „Unterwerft euch jeder menschlichen Kreatur um Gottes willen, sei es dem König als dem Oberherrn, sei es den Statthaltern als von ihm gesandt zur Bestrafung der Übeltäter und zur Belohnung der Rechtschaffenen, denn so ist es der Wille Gottes" (1 Petr II 13-15).

Nur einen Grund haben die Menschen, nicht zu gehorchen, wenn nämlich etwas von ihnen gefordert werden sollte, was dem natürlichen oder göttlichen Gesetz offenbar widerspricht. Denn nichts von allem, wodurch das Naturgesetz oder der Wille Gottes verletzt wird, ist zu gebieten oder zu tun erlaubt.

 

Sollte daher einer in die Lage kommen, daß er sich gezwungen sieht, eines von beiden zu wählen, nämlich entweder Gottes oder des Staatsoberhauptes Gebote zu verletzen, dann hat er Christus zu gehorchen, der gebietet, „dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, Gott aber, was Gottes ist", (Mt XXII 21) und nach dem Beispiel des Apostels mutig zu antworten: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen". (Apg V 29)

 

Auch gibt es keinen Grund, jene, die so handeln, wegen Verweigerung des Gehorsams anzuklagen. Denn wenn der Wille der Staatsoberhäupter Gottes Willen und Gesetzen widerspricht, dann überschreiten sie ihre Machtbefugnis und verletzen die Gerechtigkeit; dann kann eben ihre Autorität keine Anwendung finden, denn wo keine Gerechtigkeit, da keine Autorität.«

 

Ähnliche Gesetze gelten in den meisten europäischen Staaten schon lange. Hier sind die Oberhirten der Kirche seit langem still geworden gegenüber dem Unrecht. Wie wird diese Debatte auf die Kirche im deutschsprachigen Raum sich auswirken?

 

Die US-amerikanische Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius ist formell Katholikin. Ihr Bischof hat sie darauf aufmerksam gemacht, daß sie nicht mehr zur hl. Kommunion gehen dürfe. Mittlerweile erheben sich Stimmen, die eine formelle Exkommunikation fordern.

 

Beten wir für die Bischöfe und die Staatenlenker! Sie haben ein Recht auf das Gebet der Katholiken.

 

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