Civitas Institut

Vor 70 Jahren: St. Teresia Benedicta a Cruce (hl. Edith Stein) auf dem Weg ins Konzentrationslager PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 04. August 2012 um 03:31 Uhr

Vor 70 Jahren erreichte das brutale Vorgehen gegen jüdischstämmige Katholiken auch den Karmel von Echt (in der unter deutscher Besatzung stehenden niederländischen Provinz Limburg). Die neue Verfolgungswelle war die direkte Antwort der Besatzungsmacht auf die öffentliche Verlesung des Hirtenbriefes der niederländischen Bischöfe (siehe unseren gestrigen Artikel).

Teresia Benedicta a Cruce, O.C.D. (in ihrem Karmel einfach als Schwester Teresia bekannt) hatte versucht, sich und ihre Schwester, die sich zu ihr in den Karmel geflüchtet hatte, vor dem anscheinend Unvermeidlichen zu schützen – sie hatte bereits sichere Plätze in schweizerischen Karmeln gefunden. Der Lauf der Dinge jedoch stürzte ihre Pläne um.

Aus der offiziellen Biografie des Generalhauses der Unbeschuhten Karmeliterinnen:

„Die Mitte des gesamten geistlichen Lebens Edith Steins war das Kreuz. Als die Verfolgung der Juden täglich an Intensität zunahm, stellte sie sich im Karmel von Echt ganz besonders und bedingungslos unter das Kreuz. Am Passionssonntag 1939 ersuchte sie um die Erlaubnis, sich selbst „dem Herzen Jesu als ein Sühneopfer für den wahren Frieden anzubieten“. Am 9. Juni verfaßte sie ihr Testament, welches mit den Worten endet: „„Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung unter Seinen heiligsten Willen mit Freuden entgegen. Ich bitte den Herrn, daß Er mein Leben und Sterben annehmen möchte zu seiner Ehre und Verherrlichung, für alle Anliegen der heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der Heiligen Kirche, insbesondere für die Erhaltung, Heiligung und Vollendung unseres heiligen Ordens, namentlich des Kölner und Echter Karmels, zur Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes und damit der Herr von den Seinen aufgenommen werde und sein Reich komme in Herrlichkeit, für die Rettung Deutschlands und den Frieden der Welt, schließlich für meine Angehörigen, lebende und tote und alle, die Gott mir gegeben hat: Dass keines von ihnen verloren gehe.“ (…).

Der Anlass für den plötzlichen Haßausbruch, für den Plan, die niederländischen Juden zu vernichten, war das Hirtenwort von Erzbischof Jong von Utrecht, welches am 26. Juli 1942 in allen Kirchen der Niederlande verlesen worden war. Es verlieh dem kirchlichen Protest gegen die Deportation der Juden eine Stimme. Die Reaktion der SS erfolgte unmittelbar. Alle getauften Juden, Priester und Schwestern jüdischer Abstammung wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Unter ihnen waren Edith und Rosa. Zwei SS-Männer erschienen im Kloster von Echt und gaben Schwester Benedicta lediglich fünf Minuten, sich für die Abfahrt vorzubereiten.

In der Nacht vom 2. auf den 3. August kamen die Schwestern im Lager Amersfort an. In der darauffolgenden Nacht wurden die jüdischen Gefangenen zusammen mit vielen anderen in das Lager Westerbork verlegt, welches in einem völlig unbewohnten Teil im Norden der Niederlande lag. Von hier gelang es Edith, eine Nachricht an die Priorin des Echter Karmels zu schicken; Botin war die Mutter einer Nonne, die ihrer Tochter Gepäck ins Lager brachte. Die Nachricht trägt das Datum des 6. August und besteht aus der kurzen Bitte um wollene Strümpfe und zwei Decken sowie einige Wollkleidung für Rosa. Besonders bedeutsam ist der Satz: 'Morgen früh geht 1 Transport. (Schlesien oder Tschechoslowakei??)'.“

Es ist ihr letzter Brief.

JV

 

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