Civitas Institut

Das einzige objektive Recht

 

„Das wahre Gesetz ist gewiss die richtige, mit der Natur im Einklang stehende Ordnung, die über alle ausgebreitet, unwandelbar und ewig ist. Diesem Gesetz etwas von seiner Gültigkeit zu nehmen, ist Frevel, ihm irgendetwas abzudingen, unmöglich, und es kann ebensowenig als Ganzes außer Kraft gesetzt werden. Wir können aber auch nicht durch den Senat oder das Volk von diesem Gesetz gelöst werden.“

 

 

Diese Sätze stammen weder von einem Katholiken, noch überhaupt von einem Christen, sondern von dem römischen Politiker und Anwalt Cicero. Und er war nicht der Erste, der das Naturrecht anerkannte und als das einzige objektive Recht vorstellte. Vor ihm finden sich bis zurück in das 7. Jahrhundert vor Christus Hinweise auf das Naturrecht als absolute und objektive Rechtsnorm, so bei Hesiod, Sophokles, Platon, Aristoteles oder der Stoa.

Das Naturrecht ist die einzige wirklich objektive Rechtsnorm, da es sich aus der Natur, dem Wesen des Menschen ableitet. Diese Natur des Menschen als vernunftbegabtes oder rationales Sinnenwesen ist, wie alles andere auch, auf einen Zweck oder ein Ziel gerichtet, das ganz allgemein in der Vervollkommnung seiner Fähigkeiten, Anlagen, Kräfte und Vermögen besteht, kurz in der Vervollkommnung seiner selbst.

Aus dieser Ziel- oder Zweckgerichtetheit, die allem, was es gibt und natürlich auch dem Menschen eigen ist, folgen die Pflichten und Rechte des Menschen. Als rationales Wesen hat der Mensch die Fähigkeit zur Erkenntnis, die er durch Lernen und Studium, durch Forschung und Untersuchung zu vervollkommnen bestrebt ist. Und dies erschöpft sich nicht bloß in dem Erlernen praktischer Fähigkeiten, wie dem Kochen, dem Autofahren oder der Kenntnisse, die zur Ausübung eines Berufes notwendig sind, sondern auch darauf, in die tieferen Zusammenhänge der Welt und zuletzt Gottes einzudringen. Die Erweiterung und Vertiefung des Wissens gehört damit zu den Pflichten, die sich aus dem Naturrecht ergeben und daraus folgt wiederum das Recht, sich dieses Wissen anzueignen und ständig zu vertiefen.

Eine der ersten Pflichten des Menschen, die sich aus dem Naturrecht ergeben, ist die Pflicht zur Selbsterhaltung, die uns freilich im Allgemeinen völlig selbstverständlich ist. Dazu gehört die Pflege des Körpers und die Bewahrung der Gesundheit und vieles andere mehr. Daraus folgt die Pflicht für jeden Menschen, dem anderen nicht zu schaden. Wie bei jedem anderen Lebewesen gehört auch zum Wesen des Menschen die Erhaltung der Art, woraus sich das Recht auf Fortpflanzung, das Recht auf Ehe und die Elternrechte ergeben. Staaten die gegen diese Rechte verstoßen und z.B. das Elternrecht beschneiden und einschränken, sind totalitär. Der erste natürliche Zweck der Ehe besteht nämlich in der Zeugung und Erziehung von Kindern. Wenn der Staat den Eltern diese Aufgabe abnimmt oder erschwert, untergräbt er damit den Ehezweck und verstößt in besonders eklatanter Weise gegen das Naturrecht.

Dies sind nur einige wenige Beispiele, die die objektive Gründung des Naturrechts im Wesen des Menschen veranschaulichen. In unserer Zeitschrift CIVITAS finden Sie weitere Beiträge zum Naturrecht, die Sie unter der Rubrik „Zeitschrift“ oder auch unter „Dokumente“ kostenfrei herunterladen können.

Nicht nur heute, sondern schon seit der Antike wurde und wird das Naturrecht heftig angegriffen. Die Gegenposition heißt „Rechtspositivismus“. Dieser vertritt die Auffassung, dass die einzige Quelle des Rechts die vom staatlichen Gesetzgeber erlassenen Gesetze sind. Schon der griechische Staatsmann des antiken und demokratischen Athen, Perikles, sagte: „Alles das ist Gesetz, was das Volk in der Versammlung nach vorangegangener Prüfung schriftlich festgelegt hat, sei es als Befehl oder als Verbot.“

Der Rechtspositivismus unterscheidet nicht nur zwischen Recht und Moral – diese Unterscheidung kennt auch das Naturrecht (nicht alles was moralisch gut ist, ist auch gesetzlich geboten) – sondern er trennt beides voneinander. Die Moral ist dann bloße „Privatsache“. Der Rechtspositivismus ist heute in Deutschland und Europa das vorherrschende Rechtsverständnis und dies, obwohl man aus den Erfahrungen der sozialistischen und nationalsozialistischen Diktaturen die Folgen dieses Rechtsverständnisses hätte sehen können. Der Unterschied zu diesen Diktaturen besteht nur darin, dass heute, wie schon bei Perikles, die Mehrheit (zumindest die parlamentarische Mehrheit) entscheidet, was Recht ist. Damit wird aber das Recht in die Hände der letztlich subjektiven Willkür gelegt. Eine Folge davon ist, dass z.B. in den Niederlanden und auch anderen Staaten Euthanasie staatlich zugelassen ist, dass in der gesamten westlichen Welt die Tötung ungeborener Kinder straffrei bleibt und vieles andere mehr. Eine künftige Konsequenz könnte angesichts dieses Rechtsverständnis sein, dass es auch erlaubt werden könnte, behinderte Kinder bis zum, sagen wir, dritten Lebensjahr zu töten, mit welcher Begründung auch immer, sofern nur die Mehrheit der Menschen dem zustimmt.

Ohne eine objektive Grundlage des Rechts, wie sie sich nur im Naturrecht findet, gibt es keine Gerechtigkeit im Staat und keinen Maßstab, nach dem staatliche Gesetze sich orientieren. Dies führt letztlich zur Tyrannei.

 

 

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