Civitas Institut

Aus fremder Feder: Kulturelle Hegemonie PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 14. Oktober 2012 um 15:54 Uhr

 

„Doch es gibt auch den rationalen totalitären Dutschke, der sich einer durchaus modernen Machtstrategie nicht verschließt. Es war ihm offenbar bewusst, dass sich die ideologischen Vorstellungen einer Gruppe erst dann durchsetzen, wenn sie zum kulturellen Mainstream, einem Bestandteil der Alltagskultur geworden sind.

 

 

 

 

Insofern folgte er Antonio Gramsci, der in den 1920er Jahren  eine marxistische Theorie des facettenreichen Verhältnisses von politischer Macht und kultureller Hegemonie entwickelte. Mit Hegemonie wird ein Typus von Herrschaft verstanden, der im Wesentlichen auf der Fähigkeit basiert, eigene Interessen als gesellschaftliche Allgemeininteressen zu definieren und durchzusetzen.

 

Die Orte der Auseinandersetzungen um die Hegemonie bezeichnete Gramsci als Zivilgesellschaft. Er ging davon aus, dass die kulturelle Hegemonie einer Partei oder politischen Bewegung die Voraussetzung für politische Herrschaft in modernen Gesellschaften ist. Die gelang langfristig den Ideologen der 68er Revolte.

 

Dem Gang durch die Institutionen und der nachhaltigen Ideologisierung relevanter Teile der jüngeren Generation war ein großartiger Erfolg beschieden. Aus der Sektenkultur des harten Kerns der 68er entwickelte sich eine sozial verträgliche Utopie: Der Sozialismus mutierte zur multikulturellen Gesellschaft, aus den gewaltbereiten Volksbefreiern und Stadtguerilleros wurden Friedenskämpfer und ökologische Gutmenschen."

 

Aus: Michael Ley: Die kommende Revolte, S. 54f., München 2012 (W. Fink Verlag)

 

 

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