Civitas Institut

„Demofüralle“ gegen die „Ehefüralle“, Civitas, Präsident Hollande und die Presse PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 12. Januar 2013 um 16:59 Uhr

Wie berichtet, findet am morgigen Sonntag in Paris eine Großdemonstration gegen die Einführung der Homo“ehe“ und gegen das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare statt. Die Organisatoren der „Manifpourtous“ (Demofüralle) gegen die „Mariagepourtous“ (Ehefüralle) erwarten mehrere hunderttausend Teilnehmer; zahlreiche französische Bischöfe werden teilnehmen, andere richten Grußworte an die Teilnehmer. Bereits vor dem Monat August hatte das französische Institut Civitas zusammen mit anderen Organisationen zu dieser Großdemonstration aufgerufen und sie somit überhaupt angeregt bzw. ins Leben gerufen – nun werden morgen mehrere große Demonstrationszüge durch Paris ziehen.

In drei Marschsäulen ziehen die von der „Manifpourtous“ mobilisierten Teilnehmer zum Marsfeld vor dem Eiffelturm. Die von der Civitas und deren Partnerorganisationen mobilisierten Demonstranten ziehen von der Place Pinel zur Place Vauban, ein Weg, der mit dem einer der Manifpourtous-Säulen größtenteils identisch ist.

In der seit langen Jahrzehnten links bis linksextrem und äußerst progressistisch orientierten Kirche in Frankreich besinnt man sich offenbar auf die traditionelle kirchliche Lehre über Ehe und Familie. Das trägt ihr die Feindschaft der veröffentlichten Meinung und bestimmter einflussreicher Gruppierungen ein, die zwar zahlenmäßig relativ klein, aber gewaltbereit sind: häufig und immer häufiger werden Kirchen und Friedhöfe geschändet, in Anlehnung an ähnliche Begriffe spricht man nicht ohne Grund von „Christianophobie“ oder „Kathophobie“.

Es bleibt eine gewisse Abgrenzung von traditionell katholischen Organisationen wie u.a. der Civitas. Diese sind in Frankreich bedeutend stärker als z.B. in Deutschland. Das erklärt sich als Reaktion darauf, dass dortige Kirchenvertreter schon früher und offener als in Deutschland politisch linke und theologisch extrem modernistische, progressistische Positionen vertreten haben. Einigungsversuche im Vorfeld der Demonstration waren nicht erfolgreich.

Dennoch erklärt S.E. Marc Aillet, Bischof von Bayonne, in einem Zeitungsinterview am heutigen Tage (nachdem er anerkennt, dass die Initiative zur Demonstration von der Civitas ausging): „Ich meine, der Konsens muss so groß wie irgend möglich sein, und ich meine auch, dass jeder das Recht hat, mit jedem zu demonstrieren.“

Als der jetzige Präsident Hollande im Jahre 2006 noch Abgeordneter von Tulle und erster Sekretär der Sozialistischen Partei war, forderte er den damaligen Premierminister Dominique de Villepin auf, er solle „die Botschaft der Vernunft hören und den CPE zurückziehen“ (der CPE war ein neuer Teil des Arbeitsrechts, der Entlassungen während der ersten zwei Beschäftigungsjahre erleichtert hätte; er wurde auf Grund großer Proteste von der Regierung zurückgezogen).

Damals sagte Hollande, der vor seiner „Läuterung“ bekennender Bolschewist war: „Wenn tausende und abertausende Bürger, junge und weniger junge, wenn alle, ausnahmslos alle gewerkschaftlichen Organisationen, wenn zahlreiche Studentenvereinigungen, Elternverbände so auf die Straße gehen, warum sollte man dann die nächste Demonstration abwarten? Ein Wort, ein einziges Wort würde genügen, und die Machthaber zögern, dieses Wort auszusprechen: Rückzug. Für die politische Rechte ist das ein unanständiges Wort. Aber wenn man einen Irrtum begangen hat, dann muss man wissen, wie man ihn ungeschehen macht. - Das ist schon kein wirres Vorgehen mehr, sondern das ist lächerlich, das ist eine begriffliche Palinodie. Schluss mit dem Hochmut, der Selbstverliebtheit und der Ehre am falschen Platz!“

Daran erinnert er sich jetzt vermutlich nicht mehr.

Eine Bewegung, die hunderttausende Demonstranten auf die Straße bringt, findet in den deutschen Medien praktisch keine Erwähnung. Das wundert nur den, der diese Medien immer noch für ernstzunehmende Informationsquellen hält. In Frankreich ist die (ebenfalls agonisierende) Presse dabei, sich selbst zielsicher noch weiter zu demontieren: zornige Bürgerbeschimpfung und Mißachtung des Wählerwillens ist an der Tagesordnung (so in der linksliberalen „Libération“, die noch vor wenigen Jahrzehnten im Mai 1977, erneut veröffentlicht am 01.03.1979 für die Legalisierung der Pädophilie kämpfte), und in einer der Karikaturen fragt eine rein äußerlich nicht unbedingt Intelligenz ausstrahlende Frau ihren Mann, was denn das für eine Demo gegen die „Ehe für alle“ sei. Antwort: „So etwas wie Gay Pride, aber hetero“.

Wir werden an dieser Stelle über die morgige Demonstration berichten.

JV

 

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