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Verhältnis von Staat und Kirche PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 26. Februar 2014 um 11:34 Uhr

Bei der Partei „Die Grünen“ hat eine Kommission die Arbeit aufgenommen, die sich mit dem Verhältnis von Staat und Religion beschäftigen soll. Verschiedene Vorschläge wurden bereits gemacht die darauf hinauszulaufen scheinen, dass der Staat versuchen soll, in Angelegenheiten der Kirche einzugreifen. Solche Versuche sind so alt wie die Kirche selbst und werden unter dem Begriff des Cäsaropapismus zusammengefasst. Einer der schlimmsten Auswüchse war der sogenannte Kulturkampf unter Bismarck.

 

 

Die Kirche hat zu dem Verhältnis von Kirche und Staat stets die Auffassung vertreten, dass beide auf je ihrem Gebiet selbständig und voneinander unabhängig sind. Bekanntlich konnte diese Lehre der Kirche oft nicht durchgesetzt werden und so gab es Situationen, in denen der Staat in die Kirche hineinregierte und die Kirche den Staat bestimmte.

Der Protestantismus hat mit der Reformation in dieser Frage stets eine andere Auffassung vertreten und die oberste Kirchengewalt in die Hände der Fürsten gelegt. Im Gefolge kam es auch in der katholischen Kirche zu ähnlichen Entwicklungen. „[S]o machte das protestantische Prinzip des Cäsaropapismus mit der Zeit auch in katholischen Ländern Schule und entfaltete sich in Frankreich zum Gallikanismus, in Deutschland zum Febronianismus, in Österreich zum Josefinismus und in der Schweiz zu den Badener Artikeln.“ (Bernhard Kälin: Ethik, S.263).

Solche Verwischungen der Grenzen zwischen Kirche und Staat hatten stets negative Folgen sowohl für den Staat aber besonders für die Kirche. Immer wieder versucht der Staat, besonders in den letzten Jahrzehnten, die Kirche für ihre eigenen Zwecke einzubinden und ihr damit ihrer Selbständigkeit zu berauben. So wollen die „Grünen“ den Religionsunterricht dazu nutzen, die Kinder „fit für ein tolerantes Zusammenleben“ zu machen, natürlich mit dem Toleranzverständnis der „Grünen“. Weiterhin wird über das kirchliche Arbeitsrecht diskutiert, das die „Grünen“ offensichtlich dem Arbeitsrecht in Wirtschaftsunternehmen anpassen möchten. Auch der Besitz der Kirche, der für die Kirche erforderlich ist um ihre Aufgaben angemessen durchführen zu können, sollte nach Auffassung der „Grünen“ auf den Prüfstand.

Überhaupt soll nach Aussagen von Volker Beck, religionspolitischer Sprecher der Grünenfraktion, die Rolle der Kirche in der pluralistischen Gesellschaft kritisch hinterfragt werden.

Die Einmischung des Staates in kirchliche Angelegenheiten widerspricht dem Wesen der Kirche als einer „vollkommenen Gesellschaft“, einer Gesellschaft, die alle Mittel zur Erreichung ihres Zieles selbst besitzt. Sie widerspricht aber ebenso dem demokratischen Staat, der damit seine Kompetenzen überschreitet und absolutistischen Tendenzen nachgeht. Der Inhalt des Religionsunterrichts kann nicht der Gegenstand staatlicher Verordnung sein. Schon staatliche Eingriffe in den Unterricht sind nur unter bestimmten Bedingungen mit dem Naturrecht vereinbar, weil die Eltern das alleinige Erziehungsrecht besitzen, wie auch das Grundgesetz festhält.

Ein neuer Kulturkampf, der nichts anderes ist als „der wieder erneute Versuch, dem Staat die volle Oberhoheit über die Kirche zu verschaffen“ (Kälin: Ethik, S. 263), ist weder im Interesse des Staates und schon gar nicht im Interesse der Kirche. Gerade die Parteien der Linken neigen schon von ihrer Geschichte und ideologischen Grundausrichtung dazu, dem Staat alle Bereiche der Gesellschaft einzuverleiben, doch ein solches Verhalten widerspricht der Demokratie und auch der von den „Grünen“ viel gepriesenen Toleranz.

 

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