Civitas Institut

Für welches Europa sind unsere Bischöfe? PDF Drucken E-Mail
Montag, den 07. April 2014 um 04:04 Uhr

Manchmal muss man einfach „Hier Halt!“ sagen. Die Kommission der Episkopate in der Europäischen Gemeinschaft hat vor kurzem eine Erklärung zu den Europawahlen veröffentlicht, die voller netter Absichten ist und in der Solidarität, Subsidiarität, Respekt vor der Würde des Menschen, des Sonntags, der Migranten, der Ozonschicht eingefordert werden... Wozu aber soll ein solcher Text eigentlich nützen?

Wen soll so ein Text denn beeindrucken? Wer ist denn schon gegen z.B. Solidarität? „Wir katholischen Bischöfe plädieren dafür, das “europäische Projekt“ unter dem gegenwärtigen Druck nicht aufs Spiel zu setzen oder gar aufzugeben“, heißt es da. Aber welches „europäische Projekt“ denn? Jenes Projekt, das der Politik durch die am 4. Februar beschlossene Lunacek-Direktive Homo- und Lesbenpropaganda aufzwingt? Jenes, das die Abtreibung fördert und die Gewissensentscheidung verbietet? Jenes, welches den Gottesbezug in der ungarischen Verfassung tadelt? Jenes Projekt, das Euthanasie für alle ermutigt? Jenes Projekt, das die Gender-Ideologie mit Millionen Euro finanziert?

Seit Jahren schon sehen wir dieses „europäische Projekt“ sich vor unseren Augen auswachsen, und es ist das Projekt der „Kultur des Todes“, das von den Päpsten gelegen oder ungelegen verurteilt worden ist, das sich überall in Europa ausbreitet und das von eben der EU ausgebreitet wird. Gegen diese Kultur des Todes sind Laien in Massen aufgestanden, in Frankreich, in Spanien, in Italien, sei es in der Frage der Homo“ehe“ oder der Abtreibung, sei es durch die Initiative „Einer von uns“, die fast zwei Millionen Unterschriften in ganz Europa zum Schutz der Embryonen gesammelt hat. Und was sagt die Erklärung der Bischöfe darüber? Nichts!! Nicht ein einziges Wort, weder über die beunruhigende Ausweitung der in Europa herrschenden Kultur des Todes, noch über die mutigen Reaktionen der Völker auf diese Ausweitung, auf diese Kultur des Todes. Nichts weiter als recht hübsch-harmlose Gedanken über Solidarität.

Ja: die Erklärung spricht wohl davon, die Familie zu schützen. Aber kein Wort fällt darüber, dass genau die Familie von allen Seiten angegriffen wird! Während sich vor unseren Augen ein gigantischer Kampf abspielt, veröffentlicht die Kommission der Episkopate in der Europäischen Gemeinschaft ein völlig geruchsfreies Kommuniqué, so, als stehe alles zum besten! Die gläubigen Katholiken haben aber ein Recht darauf, von ihren Hirten verteidigt und unterstützt zu werden; diese Hirten müssten sogar an vorderster Front kämpfen und sich auf Gott berufen, anstatt in betrüblich horizontalem Diskurs dahinzudümpeln, den auch irgendwer sonst absondern könnte.

Unsere Gesellschaft bricht unter dem Ansturm zerstörerischer Ideologen und Gottesleugner zusammen, und die Kommission der Episkopate in der Europäischen Gemeinschaft diskutiert über die Ozonschicht. Das ist wie eine neue Diskussion über das Geschlecht der Engel. Ansonsten: man darf raten, welches Wort in dieser Erklärung katholischer Bischöfe überhaupt nicht vorkommt. Richtig! Es ist das Wort „Gott“.

Zur Zeit der Französischen Revolution mussten die tapferen Bewohner der Vendée ihre Adeligen dazu zwingen, die Führung im Kampf gegen die Revolution zu übernehmen. Wir sollten genau studieren, wie sie das damals getan haben. Es ist längst wieder an der Zeit, die Verantwortlichen zum Kampf zu zwingen.

JV

 

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