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„Die Passion Christi“: Barrabas-Darsteller findet zum Glauben PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 18. April 2014 um 07:33 Uhr

Pedro Sarubbi, Darsteller des Barrabas in Mel Gibsons Film „Die Passion Christi“, hat durch seine Rolle in diesem Film zum Glauben gefunden. „Als er mich anschaute, lag in seinen Augen kein Hass, kein Vorbehalt mir gegenüber, sondern einzig und allein Erbarmen und Liebe.“ Pedro Sarubbi ist ein leidenschaftlicher Mann, der in seinem Leben keine Herausforderung gefürchtet hat.

Als Jugendlicher ist er von zu Hause weggelaufen und ist mit einer Zirkustruppe umhergezogen. Dann hat er die Welt durchreist auf der Suche nach „etwas, das meine geistliche Leere ausfüllen könnte“, die ihn sehr belastete. In der Provinz Henan (China) gelingt ihm der Eintritt in ein Shaolin-Kloster, in dem er sich in die Kunst des Kämpfens einführen lässt. Was er suchte, fand er jedoch dort nicht.

Anschließend ging er nach Tibet und klammerte sich entschlossen an das Schweigegelübde, das er sich sechs Monate hindurch auferlegt hat, um dann zur buddhistischen Erleuchtung zu gelangen. Seine Existenzangst jedoch verließ ihn nicht, blieb bestehen trotz all seiner Bemühungen. Er meditierte in Indien bis fast zur totalen Erschöpfung, hielt sich dann im brasilianischen Amazonasgeniet auf, wo er portugiesisch lernte. Zwischen zwei Reisen verfolgte er seine Schauspielerkarriere weiter: schon mit 18 Jahren hatte er auf der Bühne und im unabhängigen italienischen Film gearbeitet.

Er hatte sich auf komödiantische Rollen spezialisiert und spürte ständig so etwas wie ein Scheitern. Sein Traum war es, selbst Regie zu führen. „Ich war ein bengalischer Tiger, in einem Käfig eingesperrt, bereit für die Vorstellung“, erinnert er sich. Dann scheint ihm Hollywood zuzulächeln; er bekommt eine Nebenrolle in dem Film „Die Mandoline des Kapitän Corelli“ (2001). Und doch: seine große Stunde war noch nicht gekommen, die existentielle Leere war immer noch da.

Identifikation mit Barrabas

Zwei Monate später, erzählt er, „klingelt eines Tages das Telefon: ein Angebot, in einem Film von Mel Gibson mitzuspielen. In den vorherigen Filmen hatte ich immer recht dunkle Rollen gespielt, und ich dachte, es handele sich wieder um einen Actionfilm.“ Der Film handelte jedoch von der Passion, von Jesu Leiden und Auferstehung. Sarubbi war überrascht: „Nie hätte ich damit gerechnet, in einem Film über das Leiden Christi mitzuspielen, denn zu jener Zeit war ich weit von der Kirche entfernt“, erinnert er sich. Gerne hätte er den Apostel Petrus verkörpert, und er verhehlte seine Enttäuschung nicht, als Mel Gibson ihm sagte, dass er ihn für die Rolle des Barrabas vorgesehen habe. „Ich wollte wirklich Petrus darstellen, aber nicht aus spirituellen Motiven, sondern weil man da mehr Tagesgage bekam und weil Barrabas nur sehr selten auftaucht. Ich habe dann gesagt, dass ich als bekannte Persönlichkeit doch keine so kleine Rolle bekommen sollte.“

Schließlich nahm er die Rolle trotzdem an, eine sehr kurze Rolle, jedoch äußerst wichtig für den Rest seines Lebens... Einige Tage vor dem Drehtermin der Szene hatte er eine Unterhaltung mit Mel Gibson, der ihm noch einige Details über die Rolle und die Person des Barrabas geben wollte: Barrabas war nicht nur ein einfacher Verbrecher, sondern er gehörte zur Gruppe der „Zeloten“, erklärte er. Und dann hatte er ein Detail hinzugefügt, das Sarubbi tief berührte... Barrabas, so hatte er ihm gesagt, war jahrelang eingekerkert gewesen, er wurde gefoltert und, als er an seine Grenzen gelangte, „begann er, dieses Monster zu werden, diese Bestie, da gibt es keine anderen Worte. Er drückt sich durch seinen Blick aus. Und genau deshalb habe ich dich ausgesucht... nach den Nachforschungen, die ich gemacht habe, kannst du wohl sehr gut dieses wilde Tier verkörpern, aber zugleich auch tief in deinem Herzen diesen Blick eines eigentlich guten Menschen.“

Jesu Blick

Einige Tage später ist Sarubbi am Drehort, und einige Minuten lang betrachtet er Jim Caviezel, den Darsteller Jesu. Das war wenige Minuten vor der Aufnahme jener Szene, in der die Menge Barrabas' Freiheit verlangt und den Messias verurteilt... und genau in diesem Augenblick werden Barrabas und Sarubbi in der Seele des Schauspielers zu einer einzigen Person. Als dann die Szene gedreht wird, da spielt er nicht mehr, sondern da erlebt er, was geschieht, er nimmt mit jeder Faser seines Seins daran teil. Endlich, unter den Rufen der Menge, ist er, Barrabas, frei! Und als er die Treppen hinuntergeht, da trifft ihn der Blick Jesu...

Das war ein riesiger Schock. Zwischen uns habe ich so etwas wie eine elektrische Spannung gespürt. Ich habe Jesus selbst gesehen.“

Von diesem Augenblick an hat sich sein ganzes Leben, hat sich alles geändert, erzählt der italienische Schauspieler. Jener Frieden, den er jahrelang gesucht hatte, auf Dutzenden von Reisen, dieser Frieden war in sein Herz eingezogen. Diese urplötzliche Bekehrung, von der Pedro Sarubbi in seinem Buch „Da Barraba a Gesù – Convertito da un sguardo“ (Von Barrabas zu Jesus – Durch einen Blick bekehrt) hat einen ganz neuen Abschnitt in seinem Leben bewirkt, in dem auch sein ganzes Sein durch den Glauben berührt wurde. Am Ende des Buches, in einer ganz persönlichen Auslegung der biblischen Geschichte, erklärt er seine Dankbarkeit gegenüber dieser Person des Barrabas, den er eigentlich gar nicht hatte darstellen wollen: „Er ist jener Mann, den Jesus vor der Kreuzigung bewahrt hat. Jener Mann, der für die gesamte Menschheit steht.“

Quelle

Übersetzung: JV

 

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