Civitas Institut

Vor 20 Jahren ist Jean Ousset verstorben PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 26. April 2014 um 15:20 Uhr

Am 24. April jährte sich der Todestag unseres Vordenkers Jean Ousset zum 20. Male. Ousset hatte sein Leben dem guten Kampf gewidmet, dem einzigen König, der unsere Sehnsucht nach Glück erfüllen kann: Christus. Er war ein mutiger Verteidiger der katholischen Gesellschaftslehre und gewinnt zunehmend an Aktualität und Wirksamkeit in einer Zeit, in der die Regierungen den Sinn für die Natur des Menschen, den Sinn für das, was gut für den Menschen ist, rasend schnell verlieren.

In dieser Situation sammeln sich immer mehr unserer Mitbürger in Frankreich und auch in Deutschland, um zu erkunden, worauf ein tragfähiges Zusammenleben gegründet sein muss in einer Gesellschaft, die immer mehr auseinanderdriftet. Sie entdecken die Gesellschaftslehre der Kirche neu, und zwar als letztlich die einzige zusammenhängende Lehre, die sowohl von der Erfahrung als auch von der Vernunft bestätigt wird.

Im Jahre 1976 fand der Civitas-Kongreß in Lausanne statt. Jean Ousset sprach vor mehreren tausend Teilnehmern, und das, was er sagte, erscheint heute aktueller als jemals zuvor. Wir haben deshalb Auszüge aus seiner damaligen Rede übersetzt.

„(...). Verstehen Sie mich richtig, wenn ich Ihnen jetzt sage: haben Sie keinerlei persönlichen Ehrgeiz! Haben Sie noch nicht einmal Ehrgeiz für jene Organisationen oder Gruppen, zu denen Sie gehören oder gehören werden. Haben Sie nur den einen, den einzigen Ehrgeiz für die Sache (diesen aber beständig und unablässig), für die Sache, der sich diese Organisationen, diese Gruppen und Sie selbst sich unbedingt unterordnen müssen!

Von nun ab müssen Sie unablässig und sinnvoll arbeiten! Und zwar nicht aus dem Verlagen nach Bildung heraus oder um vor der Welt zu glänzen. Das alles lohnt den Preis nicht, der dafür zu zahlen ist. Arbeiten Sie, um stark zu sein im Dienst dieser Sache, die Sie braucht, um wirklich heilsam zu sein.

Und nehmen Sie sich vor allem nicht selbst zu ernst! Glauben Sie mir: das ist die einzige ernsthafte Art und Weise, wirklich ernsthaft zu sein.

Lernen Sie, so zu lachen, wie es richtig ist. Ernsthaft! Harmonisch! Sie haben kein Recht, in Ihrer Umgebung die Ansicht aufkommen zu lassen, die so sehr ernsthafte Lehre, die Sie vertreten, sei eine ermüdende Lehre ständig kummervoller Sorge, eine Lehre, die Sie daran hindert, sich für alle Erscheinungsformen der Universalität des Schönen zu begeistern!! (…).

Machen Sie sich nichts aus einer Ehre, welche sich nur auf sie persönlich bezieht!! Wie lächerlich sind doch diejenigen, die sich davon packen lassen, und sie sind die einzigen, die das nicht merken. Diese Leidenschaft ist ein Hindernis und ein Grund, alles wieder von neuem und besser zu beginnen!

Ertragen Sie, dass man Sie verleumdet!! Dass sogar ihre Freunde Sie verlassen!! Im Evangelium ist das vorhergesagt. Fürchten Sie nichts! Das muss man aushalten!! Und man gewöhnt sich sehr schnell daran!! Verschwenden Sie keine wertvolle Zeit damit, sich aus einem solchen Gestrüpp zu befreien.

Gehen Sie aufrecht zum Ziel, zum Wesentlichen! Zu dem, was wirklich rettet, zum schönsten, zum größten und zur vollkommensten Liebe!! Sie werden sehen, wieviel packender, wieviel berauschender, erfrischender und tröstender das ist.

Verachten Sie diesen Krämergeist, diesen Geist der Klasse, der Sekte, der Kapelle!! Sie sind mehr wert als das! Und bei der Sache, welche Sie braucht, geht es um ganz andere Größenordnungen! Seien Sie nicht „im eigenen Vaterland im Exil“! Lassen Sie sich nicht einschränken, nicht eingrenzen, auch nicht von Ihren Freunden! Es ist auch nicht wichtig, ob die, welche Sie bei ihren Tagungen begrüßen, nur dorthin gekommen sind, um Sie dann zu verlassen!! Machen Sie weiter! Vorwärts! Sie sollen sich den Ihren Brosamen nähren!! Seien Sie frei von jeglichem Groll!! Der Erfolg der Sache hängt davon ab. (Es ist hilfreich, das zu wissen! Und daran zu glauben!)

Seien Sie unermüdliche und gewissenhafte Diener einer Liebe, die den Namen „Semper idem“ verdient. Denn, wie man sehr gut gesagt hat: „gegen die Unwissenheit des Herzens gibt es kein Heilmittel“. Vergessen Sie das nie! Achten Sie darauf!

„Es ist nicht jedem gegeben“, sagte Psichari, „der Diener seiner Idee zu sein“.

Wir wollen solche Diener sein!

Sie müssen wissen, dass Kenntnisse nichts bedeuten, wenn sie sich nicht voller Glut und Liebe aufopfern. Seien Sie mehr als je zuvor davon überzeugt, dass jeder, der die Wahrheit hat, sie nur schlecht besitzt, wenn er nicht zugleich auch und mehr noch Anbetung und Kontemplation übt. Seien Sie unermüdliche und gewissenhafte Diener einer Liebe, die wirklich den Namen „Semper idem“ verdient!

Hüten Sie sich vor allen Dingen davor, die Reihen jener „Rechtgläubigen“ zu stärken, die ihre „Rechtgläubigkeit“ um so mehr mit Worten bekunden, als sie in dieser ganz und gar verbalen Rechtgläubigkeit eine Rechtfertigung für ihr Nichtstun finden!! Alles, was sie in ihrer grimmigen Strenge wahrnehmen, scheint ihnen deshalb unwürdig unter dem Vorwand (den man immer sehr leicht ausmachen kann) irgendeiner Unvollkommenheit: das Ungenügen der leitenden Persönlichkeiten, das Ungenügen der Anweisungen, das Ungenügen der Organisation, das Ungenügen der Interventionen, der Moderatoren, der Gruppe !!! usw. Das bewirkt dann, dass diese von der Fülle des GANZEN leidenschaftlich Ergriffenen in Wirklichkeit überhaupt NICHTS tun, und dass man sie darüber hinaus fleißig bei allen möglichen, dummen Albernheiten einer Gesellschaft antrifft, einer Gesellschaft, die sie kritisieren und die sie besser als irgendwer sonst verurteilen.

Und hüten Sie sich währenddessen gut davor, irgend jemanden a priori oder systematisch beiseite zu drängen!!! (…). (Also) nicht einen Geist der Parteilichkeit, sondern des Patriotismus!! Und damit dieser Patriotismus nicht nur ein rein prinzipieller, strikt ideeller Patriotismus ist, ohne Kenntnis und ohne die hohe, persönliche Liebe zu dieser wirklichen und nicht austauschbaren Heimat, welche die Ihre ist: studieren Sie ihre Geschichte mit Leidenschaft!! Suchen Sie diese quasi organische Freude, sich als Söhne, als sicherlich unwürdige, aber nichtsdestoweniger davon abhängige Söhne dieses nationalen Lebens zu fühlen und davon zu leben, daran zu leiden, daran zu sterben, dieses Leben, das aus den Tiefen der Zeiten heraus SIE, UNS privilegiert hat! (…).“

JV

 

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