Civitas Institut

Die kirchliche Lehre über Ehe und Familie ist unveränderlich - und sie bleibt es PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 29. April 2014 um 11:00 Uhr

Der Kampf gegen Ehe und Familie ist nicht neu – ganz im Gegenteil. Spontan fallen die Wiedertäufer in Münster ein, welche die Einehe abschafften; die Revolution in Frankreich, welche gleich die gesamte Institution der Ehe abschaffen wollte; der protestantische Begriff der Ehe als ein „weltlich Ding“; die Möglichkeit der Ehescheidung (in Deutschland seit Bismarck). Nun scheint sich in Rom etwas vorzubereiten, das – wäre es nicht eine solche Unglaublichkeit – schon allein der Strategie wegen interessant ist, mit der vorgegangen wird.

Wir wagen uns an eine Vorhersage und wären nichts weiter als glücklich, wenn das, was wir in Vorbereitung sehen, nicht einträte. Die übliche, nicht nur außerkirchlich sehr erprobte Strategie besteht darin, zunächst einmal eine „Diskussion“ anzustoßen. Irgendwer stellt irgend etwas oder irgend jemanden in Frage, und schon ist die Angelegenheit, ist die Person „umstritten“. Und das geht um so besser, wenn man selbst derjenige ist, welcher die Angelegenheit oder Person in Frage stellt und somit „umstritten“ macht.

Diesen Schritt haben wir in der kirchlichen Sexual- und Ehelehre (als ob sie überhaupt zur Diskussion stünde!!) längst hinter uns. Schon seit Jahrzehnten wird in Kreisen, die sich selbst als fortschrittlich begreifen, eine Theologie der Unterhose betrieben, die dadurch um so peinlicher wird, als die Vertreter dieser Theologie längst ein Alter erreicht haben, in dem... ach, ersparen wir uns das. Mit sozialistischer Verbissenheit werden gegebene Verbindlichkeiten immer und immer wieder zur Diskussion gestellt. Wer mit den Dingen, um die es geht, nicht wirklich vertraut ist, gewinnt früher oder später den Eindruck, man müsse eben nur oft und lange genug seine Forderungen stellen: es sei doch alles nur eine Frage der Beharrlichkeit. In dieses Denken passen unverrückbare Wahrheiten nicht hinein. Inzwischen ist dieses Stadium abgeschlossen, und man kann es sich ruhig ersparen, die allbekannten und altbekannten Sprüche an dieser Stelle zu wiederholen: sie sind „Allgemeingut“ geworden.

Nach der Diskussion kommt die Repression. Der Druck auf diejenigen, welche nach Meinung der „Fortschrittlichen“ Entscheidungen fällen können und sollen, wird kräftiger. An dieser Stelle gewinnt man vermeintliche Entscheidungsträger, indem man sie über ihre Schwächen gewinnt: und sei es „nur“ die Schwäche, gefallen zu wollen. Auch diesen Schritt der Strategie haben wir weitgehend hinter uns, wenn auch noch nicht vollständig. Die verwunderlichen Ansichten des einen oder anderen Bischofs über Sexualmoral und über die Ehe können möglicherweise so erklärt werden.

Wenn wir aus der Erfahrung des „Marsches durch die Institutionen“ und der Durchsetzung gewisser konziliarer Reformen die Strategie richtig einschätzen (und bereits jetzt spricht vieles dafür), wird nun folgendes geschehen:

  • man wird die Begriffe bestehen lassen. Nach wie vor wird man z.B. die Unauflöslichkeit der Ehe betonen – allerdings, und das ist dann die Hintertür – als ein Ideal. Ein Ideal, das anzustreben ist, das man aber auch verfehlen kann.

  • Dann kommt die in der Propaganda bereits jetzt gerne beschworene „Lebenswirklichkeit“ ins Spiel: Ehen scheitern eben heute öfter, und darauf muss die Kirche sich auch einstellen und auf den Menschen zugehen...

  • Man wird dann wohl, wie es im konziliaren Neusprech heißt, eine „Pastoral“ für jene Gescheiterten schaffen, welche ihnen ermöglicht, z.B. nach einer gewissen Frist weiterhin „am Leben der Kirche teilzunehmen“.

  • Damit hätte man den gordischen Knoten scheinbar durchgehauen, das Hintertürchen steht weit offen, das Problem ist (scheinbar!!) gelöst, denn man hat ja „gelernt, mit Texten umzugehen“. Mit den Geboten Gottes eben auch.

Wir haben keinerlei Illusionen: dieses Vorgehen, so wir denn das Unglück haben, recht zu behalten, wird einen ungeheuren Beifall finden; diejenigen, die es zu verantworten haben, werden umjubelt werden.

Und wir haben auch in einem anderen Bereich keinerlei Illusionen: niemand, aber auch niemand wird wegen dieser „auf den Menschen zugehenden“ Uminterpretation göttlicher Gebote seinen Weg in die Kirche Gottes finden oder auch nur einen Grund, sich ihr (weiterhin) verbunden zu fühlen.

Es gibt ja längst jene Gemeinschaften, welche allen alles erlauben, wenn sie nur „glauben“ (auch so ein uminterpretierter Begriff). Und sie leiden alle an Anämie und galoppierender Schwindsucht. Allein aus den protestantischen Gemeinschaften der BRD treten laut den Statistiken der letzten Jahrzehnte jeden Tag durchschnittlich eintausend Menschen aus. Dabei haben diese Gemeinschaften längst alles verwirklicht, was die „Fortschrittlichen“ für die Kirche Gottes fordern.

Wir wollen in den nächsten Tagen an dieser Stelle einige grundlegende Texte über die christliche Ehe als Rüstzeug für die kommenden „Diskussionen“ einstellen – wichtig ist eben, dass man in erster Linie die Begriffe deutlich abklärt. Wir dürfen uns von der Strategie, Begriffe auszuhöhlen und dann mit neuen Inhalten zu füllen, nicht mehr einfangen lassen!

JV

 

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