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Die Köpfe der Hydra - ein Kommentar PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 14. August 2008 um 09:52 Uhr
marxleipzig.jpgDie Universität Leipzig wurde 1409 gegründet und noch im selben Jahr von Papst Alexander V. bestätigt. 1953 wurde die zweitälteste Universität auf deutschem Boden von den damaligen Machthabern der DDR in "Karl-Marx-Universität" umbenannt; den Namen dieses Mannes trug sie bis 1991. Bis 2006 war sie Standort eines Karl-Marx-Monumentes (unser Bild) mit dem Titel: "Karl Marx und das revolutionäre, weltverändernde Wesen seiner Lehre". .

Ab heute soll dieses demontierte Monument nach zwei Jahren wieder aufgebaut werden - ein Monument für den Schöpfer einer Lehre, die in ihren verschiedenen Denominationen laut vorsichtigen Schätzungen etwa 100 Millionen Menschen weltweit das Leben gekostet hat. In seinem verdienstvollen Buch "Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie. Marx & Engels - Die Väter des Terrors" weist Konrad Löw nach, daß Marx nicht etwa der mißbrauchte Gute war. Bezeichnend ist, daß Marx nicht nur allein in seinem Abituraufsatz sechs mal das Wort "vernichten" verwendet (Thema war: Betrachtung eines Jünglings bei der Wahl seines Berufes!), sondern daß er auch später wegen des auffallend häufigen Gebrauchs dieses Worts den Spitznamen "Vernichter" bekam.

Die Lehre des Karl Marx ist bekanntlich noch überall gescheitert, wo versucht wurde, sie rein oder modifiziert in die Praxis umzusetzen.

Franz Häuser ist Rektor der Universität Leipzig, und er ist der Ansicht, das Denkmal sei ein Monument der Zeitgeschichte, mit dem man sich auseinandersetzen müsse. Uns wird ein wenig schwindlig, wenn wir daran denken, welche Monumente der Zeitgeschichte man mit exakt derselben Begründung rechtfertigen könnte.

union.jpgUnd doch: mit Hilfe eines nur unter schmerzlichen Verrenkungen z.B. durch den SPD-Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer (heute morgen im WDR) mühsam kaschierten Wortbruches will die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti geb. Dill sich gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit in Hessen  zur Ministerpräsidentin wählen lassen - und zwar mit Hilfe einer Partei, die sich von ihrer Vergangenheit als DDR-Mauermörderpartei und Trägerin eines überwachungs- und regulierungswütigen Unrechtsstaates niemals auch nur ansatzweise distanziert hat. Erinnert sich irgend jemand an eine Parteien-Zwangsvereinigung in der frühen DDR? -  Wir erinnern uns auch durchaus noch daran, daß ein führendes Mitglied dieser umbenannten SED keinerlei Schwierigkeiten hatte, für den "Kampf gegen rechts" die bewährte Einrichtung eines Ministeriums für Staatssicherheit vorzuschlagen.

Das ist wiederum nur die Spitze des Eisbergs. Das gute alte sozialistische Menschenbild lebt nicht nur in Hamburg immer noch weiter, wo dieser Tage  die Probleme der Hauptschule gelöst werden, indem CDU (!) und Grüne (!) sie, die Hauptschule, abschaffen und deren Probleme auf die Einheits-Stadtteilschulen verlagern (wo sie dann weiterhin virulent bleiben werden). Das Menschenbild, das hinter solchen Vorhaben steht, ist dem christlichen ganz entgegengesetzt: betrachtet das Christentum den Menschen als Geschöpf Gottes mit von ihm gegebenen Anlagen, welches für sich und sein Werden in Freiheit Verantwortung trägt, so sieht der Sozialismus im Menschen nicht ein Individuum mit Anlagen und Möglichkeiten, sondern eine formbare Masse, die schon richtig entwickelt werden kann, wenn man sie nur in die dazu vermeintlich notwendigen Biotope steckt. In diesem Sinne grüßt auch die aktuelle, von einer CDU-Ministerin verantwortete "Familienpolitik".

Wir stellen fest, daß eine eigentlich längst überholte Ideologie, die man für offensichtlich gescheitert gehalten hatte, längst durch die Hintertür  wieder die Bühne betreten hat und wiederum versucht, die Wirklichkeit zu verändern.

Und wir erinnern uns: im Altertum war die Hydra ein Seeungeheuer mit neun Köpfen, dem jeder abgeschlagene Kopf verdoppelt nachwuchs. Es brauchte einen Herakles...

 

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