Civitas Institut

Polen: Gesetze für das Leben PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 26. März 2016 um 04:10 Uhr

Mehrere polnische Organisationen für den Lebensschutz haben im Parlament einen Gesetzesvorschlag eingereicht, mit dem die Abtreibung völlig verboten werden soll. Die Höchststrafe für Abtreibung soll von aktuell 2 auf 5 Jahre angehoben werden.

Wenn der Text im Parlament registriert ist, müssen Unterschriften gesammelt werden. Damit das Parlament sich mit dem Vorhaben beschäftigt, müssen einhunderttausend Unterschriften zusammenkommen, was leicht erreichbar sein sollte.

Einer der Anlässe für die Initiative ist die kürzliche Geburt eines lebenden Kindes bei einer Abtreibung. Nach Zeugen im Heilige-Familie-Krankenhaus in Warschau wurde das 24 Wochen alte Kind nach zwei mißlungenen Abtreibungsversuchen lebend geboren. Es erhielt keinerlei Versorgung durch das Personal des Krankenhauses und starb wegen dieser Vernachlässigung, nachdem es eine Stunde lang seinen Todeskampf herausschrie. Die polnische Journalistin Anna Wiejak von der Stiftung SOS Save Unborn Children: „Das Schreien dieses Kindes war so traumatisierend für das Personal, dass es erklärte, es niemals vergessen zu können.“

Diese Geschichte hat in Polen für Furore gesorgt, nachdem das medizinische Personal des Krankenhauses den Zwischenfall der Stiftung SOS bekannt gemacht hatte, die ihrerseits Medien und juristischen Behörden informierte und so eine nationale Debatte auslöste. In Polen ist Abtreibung nur erlaubt nach einer Vergewaltigung, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder wenn das Kind eine Behinderung aufweist. In diesem Fall war es ein Baby mit Down-Syndrom (Trisomie).

Auch ein Stop der staatlichen Finanzierung der künstlichen Befruchtung wird diskutiert.

In der vergangenen Woche hat der Club katholischer Ärzte in Warschau den Gesundheitsminister gebeten, den Verkauf der Abtreibungspille EllaOne zu verbieten. Der Minister hat geantwortet, die Pille werde demnächst nur noch auf Rezept verkauft.

Natürlich ist klar, dass auch Polen kein katholisches Paradies ist. Auch dort gibt es relativ starke Tendenzen in eine falsche und gefährliche Richtung. Wenn aber eine polnische Regierung so viele positive Entscheidungen trifft wie die aktuelle, dann – wie es in der Nationalhymne heißt - „stirbt Polen nicht, solange wir leben.“

Ja. Zugegeben. Wir haben große Sympathien für alles, was „wielka Polska katolicka“ ist und verteidigt. Vielleicht, weil... nun ja. Lassen wir das.

JV

 

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