Civitas Institut

Zur Lage: Verderbnis der Herzen - Vorbote für das Ende der Zeiten PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 03. September 2016 um 09:47 Uhr

Die Betrachtung dieser Zustände ruft unwillkürlich die Befürchtung wach, als hätten wir in dieser Verderbnis der Herzen die Vorboten, ja den Anfang jener Übel vor uns, welche am Ende der Zeiten zu erwarten sind, oder als weilte „der Sohn des Verderbens“, von dem der Apostel spricht, schon jetzt auf Erden. Wird doch überall mit solcher Verwegenheit und solchem Ungestüm versucht, die Ehrfurcht vor der Religion zu erschüttern, und die Beweisführung für die geoffenbarten Glaubenswahrheit bekämpft und auf die völlige Aufhebung jeder pflichtmäßigen Beziehung des Menschen zu Gott mit aller Kraft hingearbeitet. Anderseits – und das ist nach demselben Apostelwort das Merkmal des Antichrists – stellt der Mensch in größter Vermessenheit sich an die Stelle Gottes und erhebt sich „über alles, was Gott genannt wird“. Wohl kann er den Gedanken an Gott nicht gänzlich in sich austilgen, doch treibt er die Überhebung so weit, dessen Hoheit zu verleugnen und sich selbst diese sichtbare Welt wie als Tempel zu weihen, um sich von den andern anbeten zu lassen. „In Gottes Tempel setzt er sich (so) und gibt sich für Gott aus."

 

Welches der Ausgang dieses Kampfes der Sterblichen wider Gott sein wird, darüber kann allerdings kein Einsichtiger in Zweifel sein. Gott lässt den Menschen wohl seine Freiheit missbrauchen und Recht und Ehre des Schöpfers aller Dinge antasten, der Sieg aber ist immer auf seiner Seite. Die Niederlage der Menschen rückt nur um so näher, je frecher sie in stolzer Siegeshoffnung sich auflehnen. Warnend erklärt Gott selbst von sich in der Heiligen Schrift; „Er ist nachsichtig gegen die Sünden der Menschen“, als gedächte er seiner göttlichen Macht und Hoheit nicht; bald aber ist das scheinbare Zurückweichen zu Ende, und „wie ein Held trunken von Wein aufwachen“, „wird er die Häupter seiner Feinde zerschmettern“, damit alle erkennen, „dass Gott der König ist über die ganze Erde“, „und damit die Völker wissen, dass sie Menschen sind“.

Die Heilmittel

Wo Gott verworfen wird, sucht man vergeblich nach Frieden

Darauf, Ehrwürdige Brüder, bauen wir unseren zuversichtlichen Glauben, darauf unsere Erwartungen. Doch hindert uns das nicht, dass jeder für seinen Teil das Werk Gottes zu fördern suche. Beharrlich beten wir: „Steh auf, o Herr, es erstarke nicht der Mensch!“ und nicht das allein, wir wollen, was viel wichtiger ist, die Oberherrschaft Gottes über die Menschen und die übrigen Wesen in Wort und Tat anerkennen und offen verteidigen, auf dass alle seinem Herrschaftsrecht mit Ehrerbietung sich beugen. – Damit erfüllen wir nicht nur eine natürliche Verpflichtung, sondern auch eine Forderung des gemeinsamen Wohles der Menschheit. Wen, Ehrwürdige Brüder, sollte nicht Bangigkeit und Trauer befallen, wenn er in einer Zeit so verdienstlichen und rühmlichen Kulturforschrittes die Menschen größtenteils einander so bitter bekämpfen sieht, dass man vom Kriege aller gegen alle reden kann? Die Sehnsucht nach Frieden bewegt wahrlich jede Menschenbrust, und alle rufen angelegentlich nach ihm. Doch wo Gott verworfen wird, sucht man vergeblich nach Frieden; denn wo kein Gott ist, da hat auch die Gerechtigkeit keine Stätte, und wo keine Gerechtigkeit ist, ist die Hoffnung auf Frieden umsonst. „Das Werk der Gerechtigkeit ist der Friede.“ – Wir wissen es wohl, dass das Verlangen nach Frieden, der da ist „die Ruhe der Ordnung“, sehr viele zum Zusammenschluss in Vereinen und Parteien angetrieben hat, die man Ordnungsparteien nennt. Doch ach, diese Hoffnungen und Sorgen sind eitel! Der Ordnungsparteien, welche wirklich Frieden in unsere gestörten Verhältnisse bringen können, gibt es nur eine Art, die Partei der Anhänger Gottes. Diese also müssen wir fördern, die Zahl ihrer Anhänger nach Möglichkeit verstärken, wenn wir von Liebe zu ruhig geordneten Verhältnissen getragen sind.

Nötig ist der Beistand Jesu Christi, der zum Gehorsam gegen Gott zurückführt

All unsere Versuche und Anstrengungen, die Völker unter Gottes Majestät und Herrschaft zurückzuführen, würden jedoch gänzlich vergeblich ohne den Beistand Jesu Christi. Denn hier gilt die Erinnerung des Apostels: „Einen andern Grund kann niemand legen, als der gelegt ist, welcher ist Christus Jesus. Er allein ist es, „welchen der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat.“ „der Abglanz des Vaters und das Ebenbild seines Wesens“, wahrer Gott und wahrer Mensch, ohne den niemand zur heilnotwendigen Erkenntnis Gottes gelangen kann; „denn niemand kennt den Vater als der Sohn und wem ihn der Sohn offenbaren will“.  Daraus folgt, dass „alles in Christus erneuern“ soviel heißt, als die Menschen zum Gehorsam gegen Gott zurückführen. Es muss demgemäss unsere Sorge sein, das Menschengeschlecht Christus untertan zu machen. Ist das gelungen, dann ist es auch schon zu Gott zurückgekehrt. Dabei verstehen Wir unter Gott nicht ein träges, um die menschlichen Angelegenheiten unbekümmertes Wesen, wie die Wahngebilde der Materialisten ihn darstellen, sondern den lebendigen, wahren Gott, einfach in seinem Wesen und dreifaltig in den Personen, den Schöpfer der Welt und weisen Lenker des All, endlich den gerechten Geber der Gesetze, der die Schuldigen straft und der Tugend den versprochenen Lohn gibt.

Die Menschen zum kirchlichen Geist zurückführen

Wo nun uns der Weg zu Christus sich öffnet, ist klar erkennbar, nämlich in der Kirche. Deswegen sagt der heilige Chrysostomus mit Recht: „Deine Hoffnung ist die Kirche, dein Heil die Kirche, deine Zuflucht die Kirche.“ Dazu hat Christus um den Preis seines Blutes sie gegründet, ihr seine Lehre und die Weisungen seiner Gesetze übergehen und sie mit den reichsten göttlichen Gnadengaben ausgestattet, welche den Menschen Rettung und Heiligung haben. So seht ihr also, Ehrwürdige Brüder, welche Aufgabe Uns und euch gleichmäßig gestellt ist. Wir müssen die menschliche Gesellschaft, welche den Pfad der Weisheit Christi verloren hat, zum kirchlichen Geist zurückzuführen. Die Kirche wird sie Christus unterwerfen, Christus aber Gott. Wenn wir das mit Gottes Gnade erreichen, dann werden wir uns freudig sagen dürfen, dass die Bosheit der Gerechtigkeit Platz gemacht hat. Unser Ohr wird „die starke Stimme vom Himmel“ beglücken, „die da spricht: Jetzt ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Gesalbten erfüllt worden“.

Aus der Antrittsenzyklika des hl. Papstes Pius X. "E supemi apostolatus" vom 4. Oktober 1903. Die Kirche feiert heute das Fest des hl. Papstes Pius X.

JV

 

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