Civitas Institut

Streitbarer Nachklapp: "Welttag der Frauen" PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 09. März 2017 um 08:23 Uhr

So, das war's erstmal, diese vierundzwanzig Stunden sind vorbei. Der Lärm um die angebliche Gleichheit von Mann und Frau wird nun für ein Jahr wieder etwas leiser. - Allerdings: hinter der Lächerlichkeit dieser Propaganda verbirgt sich eine äußerst gefährliche Idee.

Allüberall liest, hört, sieht man Altbekanntes über eine angebliche Benachteiligung der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft, deren Opfer sie sei, und allüberall wird die Gleichheit im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben gefordert. Nicht etwa nur in Nachrichten und auf Gewerkschaftstagungen und Pfarrgemeinderatssitzungen, sondern viel geschickter auch in (immer langweiligeren) Spielfilmen, Seifenopern etc.. Die Propaganda läuft, mehr oder weniger brutal, mehr oder weniger versteckt.

Nebenbemerkung: sie läuft und wirkt nur dort nicht, wo die Frau von irgendeiner Art der Gleichberechtigung oder Gleichheit zivilisationenweit entfernt ist, was aber in Nachrichten, Gewerkschaftstagungen und Pfarrgemeinderatssitzungen nicht für bemerkenswerte Aufregung sorgt, und in Feminist(inn)enkreisen schon gar nicht. Nein: wir sagen nicht, welche Religion wir hier meinen!

Diese Idee des Weltfrauentages ist ärgerlich, sogar schockierend. Mehr noch: sie ist ermüdend. Es gibt inzwischen derartig viele Tage, an denen irgendeiner Sache gedacht werden soll, dass man inzwischen überhaupt nicht mehr weiß, was man denn da überhaupt noch ernst nehmen soll. Gibt es den „Tag der Zahngesundheit“? Den „Tag der Klempnerei“? Den „Tag der Freundlichkeit am Steuer“? Den „Tag des deutschen Baumes“ gibt es wohl nicht, der wäre ja auch rechtsradikal. Im Ernst: es gibt 460 „Welttage“ im Jahr; wer will, kann sich hier seinen ganz persönlichen Feiertagskalender zusammenstellen.

460 „Welttage“! Darunter einige, deren Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist. Und inmitten dieser absurden Lächerlichkeit ein Welttag der Frauen – das ist wenig schmeichelhaft und eigentlich doch beleidigend, unsere Frauen inmitten des Tages der Minzschokolade, des Weltkrokettentages oder des Internationalen Aktionstags gegen Staudämme wiederzufinden.

Hinter all dieser völligen Absurdität steckt aber eine Idee, die ebenso falsch wie gefährlich ist, nämlich die Idee der Gleichheit zwischen Mann und Frau, die Idee, als sei eine solche Gleichheit zwischen Menschen auch nur notwendig. Die Gleichheit vor dem Gesetz bzw. die Gleichberechtigung ist ein enormer Fortschritt der christlichen Zivilisation, und nur und einzig der christlichen Zivilisation. Man ist aber inzwischen zu einer allgemeinen Gleichheit übergegangen, und das ist ein ganz erheblicher Rückschritt, von dem der gute alte Wirt Prokrustes mit seinem Bett eine Vorstellung gibt, der alle seine Gäste gleich haben wollte und deshalb den Größeren überstehende Glieder abhackte, die Kleineren aber streckte, damit sie alle in das gleiche Bett paßten. Am Ende waren alle verstümmelt, das störte Prokrustes aber nicht, denn für ihn war sein Bett das Maß aller Dinge.

Da wird immer und immer wieder die Meldung verbreitet, dass nur eine geringe Prozentzahl der Managerposten von Frauen besetzt seien, und die Frauenquote wird mit Gesetzeskraft durchgedrückt, ungeachtet des berechtigten Spottes über die „Quotilde“, die nun einen solchen Posten bekommt. Gar nicht zu reden vom „Priestertum der Frau“, zuletzt von Johannes Paul II. definitiv für unmöglich erklärt und von greisen Berufskathos unverzagt immer wieder gefordert.

Was stört es denn, dass in Berufen die Quoten (oft sehr) ungleich sind? Anscheinend werden z.B. Kinder zu 100 % immer noch einzig und allein von Frauen geboren. Was soll denn da eine Diskussion? Würde sie nicht zu dem ganz offensichtlichen Ergebnis führen, dass die Natur aller Lebewesen sehr „divers“ ist, um ein Modewort zu gebrauchen, dass es also einen natürlichen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt? Und selbst wenn ein erst vor relativ kurzer Zeit aufgetauchtes Modell im nördlichen Abendland die Frauen zu bezahlter Arbeit zwingen will, dann ist das nichts weiter als ein Modell unter vielen anderen, noch dazu mit deutlich erkennbaren Nachteilen für Familie und Gesellschaft.

Es gibt im Feminismus anscheinend Richtungen, die nun (recht spät, allerdings) erkennen, wie fremd Frauen ein männliches Lebensmodell eigentlich ist. Das wäre auch ein Gebiet, über das man sich einmal Gedanken machen sollte: da werden Statistiken erstellt, wie teuer die Gesellschaft das ungenutzte Arbeitspotential oder die angeblich ungleiche Bezahlung der Frau kommt. Wie teuer aber kommt die Gesellschaft die Aufgabe der traditionellen Rolle der Frauen zugunsten beruflicher Tätigkeit, wenn man die Erziehung der Kinder und somit insbesondere die gesellschaftlichen Folgen der Vernachlässigung der Kinder einrechnet? Keine noch so gute KiTa, kein noch so guter Kindergarten ersetzt die liebevolle, sichere Geborgenheit und das geregelte Zusammenleben der Familie, die sich um die Mutter schart.

Das Lächerlichste und Verdrehteste allerdings bleibt diese künstliche, spannungsgesättigte, allmächtige, heftige Inbrunst, mit der man eine Gleichheit herstellen will. Wirklich gleich können nur homogene Mengen sein: fünf Äpfel und vier Birnen ergeben eben keine neun Bipfel. Gott hat jeden Menschen einzigartig erschaffen, jedes Geschlecht genau auf seine Aufgaben ausgerichtet und dafür optimal begabt, und diese Idee der absoluten Gleichheit, dieser daraus folgende Gender-Unsinn vom frei wählbaren Geschlecht lässt einem die Haare zu Berge stehen. Es hat ganz den Anschein, als ob alle diese inzwischen arg gealterten Vertreter einer völlig verdrehten Ideologie eine so verengte Sichtweise haben, dass sie gegebene Realitäten einfach nicht mehr sehen können, falls sie sie je gesehen haben. Von der Generation, die solche Ideen immer noch vertritt, sagte man früher (als sie noch „studierten“ und die Freiheiten des Studiums für Demonstrationen nutzten): „Sie wissen nichts und alles besser.“

Das hat sich bis heute nicht geändert.

JV

 

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