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Irland – ein kurzer Blick auf die ehemalige „Insel der Heiligen“ PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 06. Juni 2017 um 08:29 Uhr

Irland galt noch bis vor gar nicht so langer Zeit als die „Insel der Heiligen und Rebellen“, so ein Buchtitel aus dem Jahre 1938. Nach „dem Konzil“ und mit der EU hat sich auch hier einiges verändert.

Einige Fakten, welche die Lage schlaglichtartig beleuchten: es gibt einen starken Rückgang der Priesterweihen, 2007 verstarben 160 Priester, geweiht wurden neun Priester, und das Durchschnittsalter der Priester in Irland liegt inzwischen auch bei 63 Jahren. Die Mißbrauchskrise führte zu Bischofsrücktritten und ist letztlich wohl auch ein Grund dafür, dass sich im früher kernkatholischen Irland der Anteil der Iren, die sich selbst als religiös bezeichnen, von 69 % im Jahr 2005 auf 47 % im Jahr 2011/12 fiel.

In diesem Zusammenhang entschied der Bischof von Limerick, dass es am 25. Mai dieses Jahres in seiner Diözese keine Messe geben werde, und zwar, um die Gläubigen für den dramatischen Rückgang der Anzahl der Priester sensibel zu machen. Allerdings gibt es in dieser Diözese immerhin noch 83 aktive Priester in 60 Pfarreien, was nicht unbedingt eine seelsorgerische Wüstensituation darstellt. - Tatsächlich war das der Vorwand für eine Fortbildungsveranstaltung mit Anwesenheitspflicht für alle Priester, in welcher der Bischof sie auf die „Sonntägliche Feier ohne Priester“ einstimmte, damit auch die Gläubigen auf eine Abwesenheit von Priestern vorbereitet werden könnten. - Der Effekt war denn wohl doch eher gering, da der Ausfall einer Werktagsmesse nicht allzu sehr auffällt; und doch war es zum ersten Mal seit der Verfolgung durch die Anglikaner, dass in dieser Diözese keine Messe stattfand. Andererseits: es gab doch zwei Messen, und zwar im tridentinischen Ritus, gelesen von Priestern des Instituts Christus König und Hohepriester.

Nach Angaben des irischen Justizministeriums waren im Jahr 2010 zwischen zehn und fünfzehn Prozent der Ehen Scheinehen mit dem Ziel, die Einwanderungsgesetze zu umgehen. Zwischen 2006 und 2009 stieg die Zahl der Bewerber um ein Aufenthaltsrecht, die eine Ehe als Grund anführten, von 1207 auf 2129; in den ersten sechs Monaten 2010 waren es 1182. In dieser Zeit heirateten 253 Pakistaner, von diesen wiederum heirateten 95 ein Litauerin aus Osteuropa, die dafür zwischen 3000 und 5000 Euro erhielt. Die Hochzeiten fanden oft mit Hilfe von Dolmetschern statt, weil die Eheleute weder sich selbst untereinander noch die englische Sprache verstanden.

Der Vorname Muhammad findet sich nun 2017 zum ersten Mal unter den Top-100 der Vornamen, der Neugeborenen gegeben wird. Seit 2015 rückt er um 36 Plätze nach vorn und liegt nun auf 83. Stelle.

Das Fortschreiten der Entchristlichung zeigt sich auch bei den Mädchennamen; hier wird der Name „Willow“ immer beliebter, er bedeutet den Baum „Weide“.

Zum Chef der Partei Fine Gael wurde am 2. Juni 2017 Leo Varadkar mit 60 % der Stimmen gewählt. Er wird also automatisch Premierminister werden. Leo Varadkar, der einen indischen Vater hat, ist offen bekennender Homosexueller. Er setzt sich für die „Homo-Ehe“ ein, ist aber nicht verheiratet. Sein momentaner „Partner“ ist, wie er, Arzt, ebenso wie auch sein aus Bombay stammender Vater.

Wenn man weiß, was dieses Irland einmal war, was es um seiner Identität willen erlitten hat, und wenn man dieses Land deshalb und wegen mancher anderer Gründe mag, dann drückt es einem das Herz ab. Benedikt XVI. hat versucht, die Iren an ihre glorreiche Glaubensvergangenheit zu erinnern, die das genaue Gegenteil vom aktuellen Verfall ist (und wo im Westen ist es eigentlich anders?). Hier findet man seinen dramatischen Brief an die Katholiken Irlands aus dem Jahr 2010, in dem man so deutlich spürt, wie der Heilige Vater unter diesem dramatischen Niedergang leidet – sein Aufruf zur Umkehr klingt wie ein Alarmruf. Man muss noch nicht einmal fragen, ob er gehört wurde.

JV

 

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