Civitas Institut

„Aber am Ende wird Christus herrschen. Er wird sich diesen Thron zurückerobern.“ PDF Drucken E-Mail
Montag, den 30. Oktober 2017 um 09:09 Uhr

 

„Dieser letzte Sonntag im Oktober ist ein Sonntag, der eigentlich das Herz eines Menschen, der Christus liebt, höher schlagen lassen sollte. Der Christkönigssonntag sollte für jeden Katholiken ein freudiger Anlass sein, sich zum Christkönig zu bekennen und sich ihm zu weihen, und wir werden am Ende dieser Heiligen Messe die von Papst Pius XI. geforderte Weihe an den Christkönig, verbunden mit der Herz-Jesu-Litanei, erneuern.

Ein Blick in die Gegenwart ist erschütternd. Nichts ist vom Christkönigsgedanken mehr übrig geblieben. Das Fest wird zwar auch im neuen Meßritus gefeiert, am letzten Sonntag nach Pfingsten, aber es gibt kaum ein Fest im Kirchenjahr, dessen Bedeutung so herabgestuft und inhaltsleer geworden ist wie das Christkönigsfest. Vielmehr stellen wir fest, dass es den Feinden der Kirche gelungen ist, tatsächlich Christus vom Thron zu stoßen. Monseigneur Lefebvre, unser verehrter Gründer, hat dieses ja in einem seiner bekanntesten Bücher richtig festgestellt: „Sie haben ihn entthront“.

Durch die drei Schlagwörter der französischen Revolution, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, hat man den Christkönig, jedenfalls was das Äußere anbetrifft, regelrecht entmachtet.

Die Freiheit heißt heute „Religionsfreiheit“. Damit wir hier ein Mißverständnis einmal ausräumen: wenn die Priesterbruderschaft die Religionsfreiheit ablehnt, dann heißt das nicht, dass man jemanden zum katholischen Glauben zwingen kann, dass man hier einen Zwang ausüben kann. Letztendlich muss natürlich das Gewissen eines jeden Menschen entscheiden, wo er dann sich hinwendet – ob er jetzt katholisch wird oder protestantisch ist oder ob er überhaupt nicht christlich ist, das kann letztlich niemand erzwingen, erzwungener Glaube wäre überhaupt kein Glaube. Das ist nie gemeint gewesen. Die Ablehnung der Religionsfreiheit meint eher diese These, diese Behauptung, dass auch in anderen Religionen Heilsmöglichkeiten sind und deshalb die Freiheit der Religionswahl besteht. Jede Religion ist doch irgendwie gleich viel wert. Also die Herabstufung Christi auf eine Stufe mit allen anderen Religionsstiftern. Das ist geradezu erschütternd sichtbar geworden damals bei dem ersten Treffen in Assisi 1986, als Johannes Paul II. auf einer Stufe mit dem Dalai Lama und den anderen Religionsführern sichtbar sich dargestellt hat. Man nimmt Christus den alleinigen Anspruch auf die Wahrheit. Dabei sagt Christus ja selbst zu Pilatus: Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Und wer eben nicht aus der Wahrheit ist, der wird blind für die Wahrheit, oder er kennt sie nicht mehr.

Dann die Gleichheit. Das ist dieser falsche Ökumenismus. Ökumene hat einmal früher bedeutet, die getrennten Brüder und Schwestern zur wahren Kirche zurückzuführen. Heute ist davon nichts mehr übrig. Im Gegenteil! Man will schon gar nicht mehr missionieren. Man hat irgendwie in diesem falschen Ökumenismus versucht, sich anzubiedern an die Protestanten, und das wird ja gerade sichtbar im Novus Ordo, in der neuen Messe. Nachdem diese neue Messe konzipiert worden war, haben protestantische Religionsdiener gesagt, ja, diese Messe können wir auch mitfeiern. Das spricht Bände, dieses Zitat! Und gerade jetzt, im Lutherjahr - wir haben ja diesen Dienstag den Reformationstag, 500 Jahre Martin Luther – versucht man, irgendwie krampfhaft zusammenzukommen, was einfach nicht geht. Ob das in der Sakramentenlehre geht oder in der Frage der Rechtfertigung: man versucht irgendwie, einen Konsens zu finden, der gar nicht möglich ist. Ach hier wieder: man stellt den Irrtum irgendwie auf die gleiche Stufe wie die Wahrheit.

Schließlich die Brüderlichkeit. Man hat ein Rätesystem geschaffen, welches den einzelnen Bischof quasi entmachtet. Die Bischofskonferenzen sind allmächtig, allgegenwärtig. Das haben wir selber erlebt, als jetzt der Papst der Priesterbruderschaft auch die Erlaubnis gegeben hat, Ehen zu schließen, also eine Delegation der offiziellen Kirche. Aber da kommen die Bischofskonferenzen und sagen en bloc: nein, wollen wir nicht. Und kein Bischof getraut sich mehr, gegen einen Beschluss der Bischofskonferenz anzugehen. Der Bischof, der einzelne Bischof ist also quasi entmachtet, und das ist ein schwerer Eingriff in die hierarchische Ordnung der Kirche. So hat das Christus nicht gewollt.

Also Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – drei Möglichkeiten, drei Beispiele, wie man Christus vom Thron stößt und ihm diesen Anspruch nimmt, allein der König der Menschen zu sein und allein die Wahrheit zu vertreten. Ich bin der Weg, ich bin das Leben, und ich bin die Wahrheit. Eindeutig!

Nun: die Lehre vom Christkönig legt der heilige Paulus in der heutigen Lesung eindrucksvoll dar. Wer ist dieser Christus? Er ist das Ebenbild Gottes, der Erstgeborene vor aller Zeit. Durch sein Opfer am Kreuz hat er uns aus der Knechtschaft der Sünde befreit und sich damit ein Anrecht auf unsere Seelen erworben. Und jetzt als wörtliches Zitat: „Er ist vor allem, alles hat in im seinen Bestand. Alles ist durch ihn und für ihn und auf ihn hin erschaffen. Er ist das Haupt der Kirche.“ Das sind wunderbare Worte, und Papst Pius XI. legt das ebenfalls in seiner Christkönigsenzyklika Quas Primas ähnlich aus: durch das Opfer am Kreuz hat Christus sich ein Anrecht auf unsere Seelen erworben.

Und welche rechtliche Konsequenzen es hat, diesen erhabenen, liebenden König zu stürzen, das sehen wir täglich. Was haben die Menschen jetzt gewonnen, durch diesen Sturz, durch diese Entmachtung des Christkönigs? Kriege überall, Glaubensabfall, eine völlige Herrschaft des Bösen, alle Werte, auf die sich alle immer berufen, werden auf den Kopf gestellt. Wir erleben einen völligen Verfall der Sitten: wenn man denkt, es geht nicht tiefer, kommt immer noch etwas dazu, das noch tiefer geht. Man verherrlicht die Sünde! Man verherrlicht das Böse!

Abgesehen von diesen schrecklichen Dingen wie Abtreibung, Homosexualität, Kindesmißbrauch in ungeahnter Art und Weise heutzutage – das sind die Konsequenzen, wenn man sich vom Christkönig löst.

Nach diesen Überlegungen ist klar: die Menschheit muss zum Christkönig zurückkehren,oder sie wird untergehen. Und die Rückkehr zum Christkönig muss bei uns persönlich beginnen. Wir haben es im Evangelium deutlich gehört. Christus sagt zwar: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, das heißt nicht, dass Christus sich in diese Welt nicht einmischt. Wie könnte er? Er ist ja der Schöpfer, er hält die ganze Schöpfung in jedem Augenblick im Dasein. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ - die Art und Weise, wie er regiert, unterscheidet sich fundamental von dem, wie Regierungen ihre Rechte ausüben. Christus will nämlich zuerst die Herzen der Menschen gewinnen durch das Evangelium. Das Evangelium ist die Botschaft der Liebe, der Vergebung und der Barmherzigkeit. Und das wird die Herzen der Menschen ändern. Wenn der Christkönig in den einzelnen Herzen der Menschen regiert und herrscht, dann werden sich die Staaten auch wieder zum Besseren bekehren, die Menschen werden sich ändern, und es wird dann auch wieder christliche Regierungen geben, die diesen Namen auch wirklich verdienen.

Und dann werden auch, man glaubt es kaum, die Kriege aufhören, Ungerechtigkeiten und all diese Dinge. Wie heißt es so schön in der Präfation, die wir jetzt gleich hören werden vor der heiligen Wandlung: „Dein Reich der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.“ Und, meine lieben Gläubigen, dies ist nur mit, aber niemals gegen den Christkönig zu haben. Und diese Einrichtungen, die alles anfangen möchten, aber nur nicht Christus folgen mögen, wie die UNO, die EU und all diese Leute, mögen tausendfache Anstrengungen unternehmen, den Weltfrieden zu sichern – sie werden es nicht schaffen. Sie müssen zu Christus zurückkehren, dann ist es möglich, diesen Frieden zu bekommen, anders nicht.

Wir sehen schon aus diesen Überlegungen: bis es soweit ist, ist ein langer, langer Weg zurückzulegen. Aber wie sollen wir ans Ziel gelangen, wenn wir nicht einmal damit anfangen und schon am ersten Wegtag resignieren? Nehmen Sie sich nur ein Beispiel an diesen Revolutionären, über die wir jetzt so geklagt haben. Sie brauchten einen langen Atem, um ihr Werk der Zerstörung auszuführen. Es dauerte ein paar Generationen, um dahin zu kommen, wo wir heute sind. Aber diese Revolutionäre haben niemals aufgegeben: der eine ist gestorben, der nächste hat weitergemacht, und so ging das immer weiter, bis sie jetzt ihr böses Ziel erreicht haben oder fast erreicht haben, es kommt ja nicht ganz zum Schlimmsten, weil vorher noch der liebe Gott da ist. Aber die hatten einen langen Atem. Wollen wir uns wirklich von diesen Revolutionären beschämen lassen? Und gleichgültig achselzuckend wegschauen, wenn Christus unaufhörlich beleidigt wird?

Also auch wir brauchen einen langen Atem, um zurückzukehren, und dieser Kampf, der wird Opfer kosten, vielleicht beim einen oder anderen sogar das Martyrium, wenn es der liebe Gott so will. Machen wir uns keine Illusionen! Aber am Ende wird Christus herrschen. Er wird sich diesen Thron zurückerobern. Im zweiten Psalm heißt es so wunderschön, dass die Heiden toben und Pläne schmieden gegen den Gesalbten, er aber, er lacht über sie. Er wird sie zertreten wie Töpfergeschirr. Also, der Sieg des Messias ist vorausgesetzt, der Sieg des Christkönigs ist vorausgesagt, nur: wir können nicht unsere Hände in den Schoß legen und nichts tun, sondern wir müssen mitarbeiten mit Christus, an dem Ort, wo wir sind, durch unser Beispiel, durch unser christliches Leben, dass wir uns nicht wegducken wie die Feiglinge, wenn wir einmal vielleicht in einem Restaurant sind und das Gebet sprechen sollen, ein Kreuzzeichen machen.

Das sind alles so kleine Dinge, wo wir auch helfen können, um hier an diesen Christkönig zu erinnern.

Also wir wollen uns heute wieder ihm weihen, wir wollen ihm dienen, damit er herrschen möge, und damit den Grundstein und die Voraussetzung für eine friedliche Gesellschaft legen, eine Gesellschaft, die wieder nach den Zehn Geboten Gottes regiert wird, ein Reich der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens. Amen.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Gelobt sei Jesus Christus.“

Predigt von P. Hubert Vogt FSSPX am Christkönigsfest, 29.10.2017, in der Maria-Hilf-Kirche in Ruppichteroth-Schönenberg

Transkription: JV

 

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