Civitas Institut

Ein gesegnetes Weihnachtsfest PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 24. Dezember 2017 um 09:42 Uhr

Wir wünschen Ihnen, verehrte Leser und Freunde des Civitas Instituts, ein gnadenreiches Weihnachtsfest und den Segen unseres Herrn und Königs Jesus Christus für das neue Jahr.

"Das ist ein Geheimnis! Das begreife ich nicht! Vor Christkinds Krippe stehen - knien können diese Herren nicht - der moderne Professor, der moderne Kaufmann, der moderne Minister, die drei Könige der modernen Kultur. Solange die Krippe nur vom kulturhistorischen Standpunkte aus betrachtet wird, findet dieselbe ihr Interesse. Die Sache ist offenbar poetisch! Das Kind, umgeben von Hirten und Schäfchen, nimmt sich sogar allerliebst aus.

Wenn man aber weiter geht und behauptet: Dieses Kind ist der Sohn des lebendigen Gottes, Gott selber und der König des Menschengeschlechtes, dann gerät die Szene sofort in andere Beleuchtung. Die Vertreter der modernen Weltanschauung werfen einen Blick auf Christkinds Inventar: Ein Mietstall, eine Krippe, eine Windel. Dann schütteln sie über­ einstimmend den Kopf: Das verstehen wir nicht!

Das Inventar eines Königs ein Stall, eine Krippe, eine Windel - das verstehen wir nicht nur nicht, das ist nicht nur ein Geheimnis, das ist ein Protest gegen unsere ganze moderne Kultur. Wenn dieses Kind recht hat, dann ist die ganze moderne Kultur eine Verirrung, ein Unsinn, eine in ihren Folgen unberechenbare Irrlehre. Was ist die moderne Kultur? Größenwahn, Goldanbeterei, Machtprotzentum. Was ist die Krippe? Demut, Armut, Schwäche. Also Gegensätze, zwischen denen man wählen muss.

Der kleine König in der Krippe ein Protest gegen den Größenwahn. Mit dem hatte das Elend im Paradiese angefangen. Die Fahne der Wissenschaft wurde von den Stammeltern aufgepflanzt. Die Augen werden euch aufgehen!! Ihr werdet sein wie die Götter!! Beim Schall der Posaune der Aufklärung ist das ganze Tugendgebäude Adams zusammengestürzt. Sobald von «Bildung» die Rede war, ging der Glaube und der Gehorsam in Brüche. Seitdem liegt uns der Bildungsstolz im Blut. Alle Revolution gegen Gott und Kirche, aller Glaubensabfall und alle Sektenbildung vollzog sich unter diesem Schlachtruf. Der größte Unsinn wird von der Masse angebetet, wenn man sagt, er sei wissenschaftlich.

Auch in unseren Kreisen gibt es viele, die sich von der Wissenschaft das Paradies auf Erden versprechen. Sie meinen, es genüge, die Menschen aufzuklären, um sie besser zu machen. Nichts ist unrichtiger. Derjenige von den Engeln, der am meisten wusste, ist am tiefsten gefallen. Der Lichtträger ist ein Teufel geworden.

Es ist die Frage gestellt worden, welchem Glauben die verworfensten Elemente, die größten Scheusale, die blutdürstigsten Revolutionäre angehört haben. Ich würde mich nicht wundern, wenn man an Hand der Geschichte nachweisen könnte, dass sie in der Mehrzahl früher Katholiken gewesen seien und als Kinder den ganzen Katechismus auswendig wussten. Von den höchsten Bergen fällt man am tiefsten.

Welche Periode der Weltgeschichte wird man einst als die barbarischste bezeichnen? Diejenige, die am meisten Schulpaläste und Bibliotheken gebaut, diejenige, die am meisten gelesen und am längsten in die Schule gegangen. Die des 20. Jahrhunderts! Welches Geschlecht ist das sittenloseste? Dasjenige, das am meisten Weiß, dasjenige, das recht früh und recht gründlich aufgeklärt worden ist. Wann steht die Familie am tiefsten? Jetzt, wo man mehr als je Elternabende, hauswirtschaftliche Vorbereitung, Mütterkurse arrangiert. Wann war der Bürger am vaterlandslosesten? Nachdem man ihm 100 Jahre lang unter der Herrschaft des Liberalismus durch staatsbürgerliche Weisheit, Verfassungskunde, Parteiversammlungen politische Aufklärung verschafft.

Der Weltkrieg, der ein Zusammenbruch sehr vieler Dinge auf Erden gewesen ist, war auch ein Bankrott der Wissen­ schaft. Erst, nachdem man so viel von der Chemie, von der Elektrizität, von der Technik zu Erde, Luft und Wasser wusste, konnte dieses grosse Völkermorden beginnen. Das Wissen und darum auch das Buch, die Schule, die Bibliothek, sind - wir wagen es zu sagen - weder das erste noch das wichtigste. Wir wollen nicht missverstanden sein. Wir wollen nicht das Volk in der Dummheit erhalten, um es besser regieren zu können.

Wir betonen nur die Wahrheit: die Wissenschaft ist nicht das erste, sondern das zweite, nicht das notwendige, sondern das nebensächliche. Wir stehen auf dem Standpunkte des Krippenkindes (Matth 18, 3): Wahrlich ich sage euch, wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmel­ reich eingehen. Wer sich demütigt wie dieses Kind, der ist der größte im Himmelreich! Demütiger kindlicher Glaube ist vernünftiger und völkerbeglückender als alle Wissenschaft. Der Professor, das heißt die einseitige, stolze Bildung, hat versagt.

Das Christkind, das arme Christkind, ein Protest gegen Luxus und Mammonismus. Wenn der Mensch innerlich arm ist, sucht er die innere Armseligkeit durch Anhängung von äußeren Gütern auszugleichen, mit Kleidern, Kleinodien, Häusern, Grundbesitz. Weil das innere Paradies verloren ist, will man die Außenwelt zum Paradies umgestalten. Darin liegt das stolze Programm des Liberalismus und Sozialismus. Das liberale Programm: Das Paradies für die obern Zehntausend! Das sozialistische Programm: Das Paradies für alle!

Die Liberalen wie die Sozialisten sind im Irrtum. Sie suchen allen Lehren einer sechstausendjährigen Geschichte zum Trotz zu einer falschen Zeit und am falschen Ort und sind darum verurteilt, immer zu suchen und nie zu finden. Sie suchen zu einer falschen Zeit, weil das erste Paradies seit sechstausend Jahren verschwunden ist und das zweite Paradies erst nach dem Weltgericht seinen Anfang nimmt. Sie suchen am falschen Ort, weil das Paradies, wenn es überhaupt in der Zeit zwischen Sündenfall und Weltgericht eines auf Erden gibt, nicht Außen, sondern innen, im Herzen liegt. Wenn im Herzen die Hölle der Unzufriedenheit brennt, nützen alle Kleider, Kleinodien, Häuser und Besitzungen nichts. Wenn im Herzen der Himmel des Glückes lacht, sind alle äußeren Güter Nebensache.

Das arme Christkind ist eine Wiederbelebung des Liberalismus und des Sozialismus und des beiden gemeinsamen Materialismus. Das arme Christkind sagt: Wenn es sich um wahren Reichtum und wahres dauerndes Glück handelt, spielen die äußeren Güter keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Eine Windel, eine Krippe und ein Stall genügen. Vor Gott und dem Gewissen ist der einzige wahre Reichtum das, was man ist und nicht das, was man hat. Unser Gott heißt Jehova - Jahwe - der, der da ist und nicht der, der da hat, der Seiende und nicht der Habende. Darauf beruht die Weisheit der Krippe: Das Weihnachtsideal des Christentums ist nicht der, der etwas hat, sondern der, der etwas ist.

Während beim Heidentum und beim entarteten Judentum die äußeren Güter auf ihrer höchsten Höhe sind, erleiden sie plötzlich beim Gloriagesang der Engel ob Bethlehems Fluren ihren tiefsten Kurssturz. Sie werden entwertet. Der heilige Paulus drückt den Gedanken in schärfster Weise aus: Was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden gehalten. Ja, ich erachte alles für Kot, damit ich Christus gewinne (Phil 3, 8).

Die moderne Kultur, die durchaus heidnisch ist, hat die Wertpapiere der äußeren Güter wieder gewaltig in die Höhe getrieben. Der Weltkrieg hatte die Aufgabe, sie wieder auf ihren wahren, gottgewollten Wert hinabzudrücken. Nach einer alten Prophezeiung, die mir durchaus glaubwürdig erscheint, musste die Folge des Weltkrieges ein Bankrott der Staaten und der Völker sein. Eine allgemeine Verarmung! Das ist göttliche Gerechtigkeit. Das Ideal der Zukunft soll nicht mehr wie heute der Mensch sein, der etwas hat, sondern der Mensch, der etwas ist. Das wird des Krippenkönigs Sieg sein über das moderne Großkapital und den liberalen und sozialistischen Materialismus.

Das schwache Christkind, ein Protest gegen das Machtprotzentum der Menschenkraft. Die beiden Grundwahrheiten der Religion sind die Wahrheit von Gott und die Wahrheit vom Menschen. Die Wahrheit von Gott und vom Menschen ist die: Gott ist der unendlich Große, der Mensch der unendlich Kleine. Mit den Worten der Heiligen Schrift: Mit der hohlen Hand maß Gott die Gewässer und wog die Himmel mit der flachen Hand. Mit drei Fingern fasste er der Erde Last, wog die Berge mit einem Gewichte, die Hügel mit einer Waage. Die Völker sind vor ihm wie ein Tropfen am Eimer, die Inseln wie dünner Staub. Alle Völker sind wie nichts vor Gott. Er sitzt über dem Erdkreis und seine Bewohner sind ihm wie Heuschrecken. Heu ist das Volk. Alles Fleisch ist wie Gras und seine Herrlichkeit wie die Blume des Feldes. Das Heu verdorrt, die Blume fällt ab, wenn der Wind des Herrn dreinbläst. Wahrlich Heu ist das Volk (ls 40).

Darum spricht der Herr: Verflucht der Mensch, der sein Vertrauen auf Menschen setzt, auf Fleisch, und dessen Herz vom Herrn abweicht. Er wird sein wie ein dürrer Baum in der Wüste (Jer 17, 6). Stolzes Kraftbewusstsein und Machtprotzentum ist dem Herrn ein Greuel. Wer ist stärker, das Kind oder der Mann? Menschlich gesprochen der Mann in der Vollkraft der Jahre. Göttlich gesprochen das Kind, das heißt der, der auf Gott allein sein ganzes Vertrauen setzt. Wir sehen es bei König Herodes und dem Jesuskind. Man möchte sagen: Gott hat ein besonderes Vergnügen daran, die Großen zu erniedrigen.

Der Tag des Herrn der Heerscharen kommt über alles Stolze und Hohe, und über alles Anmaßende, dass es gedemütigt werde, über alle Zedern des Libanon, die hohen und die erhabenen, und über alle Eichen Basans, und über alle hohen Berge und über alle erhabenen Hügel und über alle hohen Türme und über alle festen Mauern. Es wird gebeugt die Hoffart der Menschen und erniedrigt der Hochmut der Leute und der Herr allein wird hoch sein an jenem Tage (Js 2). Das ist die Lehre der Krippe und weil die Krippe nicht genügt hat, die Lehre des Weltkrieges. An beiden Orten, in der Krippe und im Weltkrieg, wollte Gott beweisen, dass der Mensch schwach ist und seine Schwachheit ehrlich zugestehen soll. Gott hasst das aufgeblasene, auf sich allein bauende und vertrauende Machtprotzentum, auch das politische und soziale.

Die Legende erzählt, als das Christkind nach Ägypten gekommen, seien die Götzenbilder zusammengestürzt. Dieses Wunder muss sich heute wiederholen. Vor diesem Kinde sollen alle Götzenbilder, die zahlreicher sind als in den Zeiten des alten Heidentums, fallen. Das kleine Jesuskind Sieger über den modernen Wissensstolz! Das arme Jesuskind Sieger über den modernen Materialismus! Das schwache Jesuskind Sieger über das moderne Kraftprotzentum! Gott schlägt uns unsere bisherigen Ideale in Trümmer. Wir müssen wieder vorne an­ fangen. Wir müssen umlernen. Hier wird die Schule der neuen Völker sein - die Krippe. Der Lehrer: das kleine, arme, schwache Christkind! Wir alle, wir wollen hingehen und es zum Könige machen, zum König unserer Geister, zum König unserer Herzen, zum König unserer Familien, zum König der Völker.

Aus:

Robert Mäder

Jesus der König

Das Buch ist beim Sarto Verlag erhältlich

 

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