Civitas Institut

Geschichten aus Phantasia-Sinistra oder: wenn sich Linke Welten stricken PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 12. April 2018 um 04:30 Uhr

Nun ja, es ist ja kein Feindsender, den man da hört, wenn man Radio France International einschaltet. Ganz und gar nicht: RFI liegt voll „auf Linie“. Deshalb darf man ihn hören, ohne in den Verdacht des Hörens von rechter Feindpropaganda zu geraten. Woran man das merkt? Na, hieran:

Stellen Sie sich vor, die „Unruhe in Budapest steigt nach Orbans Triumph“. Das sagt uns RFI in einer Sendung am 10. April. Aber ja: Die Ungarn haben mit großer Mehrheit für Orban gestimmt, und nun sind sie beunruhigt. Es sind ja erst fast acht Jahre, dass sie ihn ertragen müssen, wenn man nicht einrechnet, dass er ja schon von 1998 bis 2002 an den Hebeln der Macht herummanipulierte. Mit einer Zweidrittelmehrheit haben sie wieder für ihn gestimmt, ganz abgesehen von den 20 %, die für noch Schlimmeres als Orban gestimmt haben. Und nun haben sie die Hosen voll.

„In Budapest ist die Unruhe unter der Bevölkerung spürbar“, versichert uns RFI. Laut seiner Sonderkorrespondentin.

Nun gut. Sie gibt zu, dass es außerhalb Budapests so gut wie unmöglich ist, einen Orban-Gegner zu finden. Weil die ungarischen Bürger viel zu viel Angst haben, sich „vor einem ausländischen Journalisten mit seinem Mikrofon“ zu offenbaren. Schrecklich, diese Diktatur. Na ja, vielleicht hätte RFI auch eine andere Korrespondentin in dieses entsetzlich fremdenfeindliche Land schicken sollen als Anissa El Jabri. Nun – sei dem wie dem sei...

Nichtsdestotrotz kann man wenigstens in der Hauptstadt jemanden finden, der ganz offen all das Böse ausspricht, das man über Viktor Orban und seine Politik denken soll. Und wo man diesen mutigen Menschen findet? Na: in George Soros' Universität, natürlich.

Solche Berichterstattung ist zum Lachen. Oder zum Weinen. Je nachdem. Und: wo ist sie besser?

Warum das so ist? Es gibt eben die Fantasien der politmedialen Kaste, und dann gibt es die Realität. Wer in den Zeiten vor der Wahl in Ungarn die EU-freundlichen Blogs durchstöberte, wurde informiert, dass Orban diesesmal Probleme habe, die Mehrheit zu bekommen, die Ungarn hätten nämlich genug von dieser diktatorischen und mafiösen Regierung. Und selbst wenn er die Wahlen gewinnen würde, was denn doch möglich sei, dann wird er in jedem Fall die Zweidrittelmehrheit verlieren, die es ihm ermöglicht, zu tun, was er will. Und die Wiederwahl sei auch wohl nicht besonders beeindruckend, denn die Wahlbeteiligung werde niedriger, nämlich: schwach sein.

Das war vor der Wahl. Man stellte dann fest, dass die Wahlbeteiligung höher sein würde, und da brodelte denn der linke Enthusiasmus: die Ungarn werden gegen Orban stimmen!

Nichts da. Die Wahlbeteiligung ist also die höchste seit 16 Jahren, fast 70 %, sieben Punkte mehr als beim letzten Mal. Und Orbans Partei gewinnt 4 Punkte hinzu. Fast 49 % der Stimmen – fast 20 % für die sehr rechte Partei Jobbik – und 12 % für die Sozialisten, die nun neun Abgeordnete weniger im Parlament haben werden als zuvor (20 statt 29). Die Fidesz hat 133 Abgeordnete und somit die Zweidrittelmehrheit.

Das ist eine riesige Klatsche nicht nur für die Medien, sondern auch und vor allem für „Brüssel“ und für Soros und sein Geld. Und es erklärt die wachsende Nervosität der herrschenden Linken. Bekanntlich sprach der luxemburgische Außenminister Asselborn, anscheinend ein ebenso diplomatisch begabter Mensch wie der BRD-Außenminister, von Orban als einem "Wertetumor". So werden die Linken bei uns allüberall z.B. in unsäglichen Spielfilmen und auch in Sendungen wie „planet wissen“ nun gegen rechte Tendenzen in ganz Europa heftig aktiv. Immer nach dem sozialistischen Motto: wenn der Wähler falsch wählt, dann haben wir ihn nur nicht richtig aufgeklärt und müssen die allgegenwärtige Propaganda noch verstärken.

Auch Donald Trump steht mitten in der Schußlinie, kein Tag vergeht ohne kräftiges, teilweise auch einfach nur blödes Trump-bashing auf und aus allen Kanälen. Man muss Trump nicht lieben, man muss ihn nicht einmal mögen – aber er hat (neben vielen anderen beachtlichen Maßnahmen) auch das „seasons greetings“ wieder durch das alte und schöne „Merry Christmas“ ersetzt (ja: das ist ein deutliches Zeichen!). Und er hat eine Erklärung unterschrieben, die den Monat April zum nationalen Monat der Verhinderung von Kindesmißhandlung macht. Und in dieser Erklärung steht ein Satz, der nicht unerwähnt bleiben soll: „We must always remember that all children are blessings from our Creator.  They are endowed from conception with value, purpose, and human dignity.“ - „Wir müssen immer daran denken, dass alle Kinder ein Segen unseres Schöpfers sind. Vom Zeitpunkt der Empfängnis an haben sie Wert, Lebenssinn und Menschenwürde“. - Klar, dass so etwas bei Abtreibungsbefürwortern nicht so gut ankommt. Ein tumber Teufel, dieser Trump. Oder?

Ungarn... USA... da war doch noch was? Ach ja: werfen wir doch noch einen Blick nach rechts (für Geographen: nach Osten). Wir hatten ja schon öfter die Freude den, sagen wir mal, euromanischen Internetauftritt Euractiv zu zitieren.

Einer der neueren Artikel beginnt so: „Am 23. März gingen in Polen Zehntausende auf die Straßen, um gegen eine weitere Verschärfung des Abtreibungsgesetzes zu protestieren.“ Liest man dann weiter, so erfährt man, dass die Zahl „Zehntausende“ durchaus nicht sicher ist.

Der Artikel ist ein Interview mit Marta Lempart, „Gründerin und Anführerin der polenweiten Frauenstreik-Bewegung“. Die Sprache, die Argumente, das Feindbild von Marta Lempert – Feindbild ist neben der konservativen Regierung die Kirche, der sie u.a. unterstellt, „häusliche Gewalt“ gegen Frauen als Tradition zu sehen und nichts dagegen zu tun – zeigen eine feministisch-linksextreme Abtreibungsbefürworterin und somit, wie wir meinen, eine echte Frauenfeindin. Sie arbeitet mit Parolen, Schlagworten und Unterstellungen, die nirgendwo belegt sind, und sie ist durchaus der Ansicht, diese Regierung stürzen zu können. Frauen gegen Männer, Frauen gegen Kirche, Frauen gegen Kinder, Frauen gegen Familie... Der Gesetzesvorschlag zum Abtreibungsverbot, gegen den sie wütig anrennt, wurde immerhin von 830 000 Pol(inn)en unterschrieben, und das ist eine Zahl, gegen die sich ein paar tausend Demonstranten recht wenig ausnehmen, auch wenn es mehrere zehntausend gewesen sein sollten.

Ah ja, und was das Bild noch abrundet: im besagten Euractiv-Artikel wird vergessen zu erwähnen, dass Marta Lempart auch LGBT-Aktivistin und militante Lesbierin ist. Na dann: alles klar, oder?

Polen jedenfalls ist immer noch nicht verloren, ebenso wenig wie Ungarn.

JV

 

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