Civitas Institut

Liberalismus gescheitert PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 21. September 2008 um 13:37 Uhr
finanzkrise.jpegNach dem Ende der sozialistischen Experimente in Osteuropa vor 19 Jahren, bahnt sich jetzt auch das Ende der liberalen Ideologie an. Der weltweite Zusammenbruch der liberalen Finanzmärkte ist dafür ein wichtiger Hinweis. Der amerikanische Staat greift nun mit Verstaatlichung von Banken und einem „Rettungsplan“ in Höhe von über eine Billionen Dollar in den Markt ein. Ähnliches geschieht in den anderen liberal-kapitalistischen Staaten. .

 

Mit dem weitreichensten Eingriff in das Finanzsystem seit der großen Depression der 30iger Jahre des letzten Jahrhunderts versucht die US-amerikanische Regierung den Zusammenbruch des Finanzmarktes zu stoppen. Wie auch in Deutschland und in anderen Ländern muß der Steuerzahler für diese „Rettungsaktion“ bluten. Erst haben die Spekulanten Milliardengewinne eingestrichen und jetzt muß der Schaden von der Allgemeinheit bezahlt werden. So ist das eben im liberalen Wirtschaftssystem.

Die US-Regierung übernimmt sogenannte „faule Kredite“ und illiquide Wertpapiere von den Finanzinstituten um dadurch den weiteren Zusammenbruch des Finanzmarktes zu stoppen. Zuvor waren bereits die beiden größten amerikanischen Hypothekenbanken verstaatlicht worden. Derartige Maßnahmen widersprechen radikal der liberalen Wirtschaftsideologie.

Weiterhin wurde von der staatlichen Börsenaufsicht ab sofort und bis zum 2. Oktober sogenannte Leerverkäufe verboten. Ein ähnliches Verbot wurde auch in Deutschland bis Ende des Jahres durchgesetzt. „Leerverkäufe“ sind eines der wichtigsten Mittel sogenannter Hedgefonds, das sind Investmentunternehmen, die auch als „Heuschrecken“ bezeichnet werden.

Die ganze Krankhaftigkeit des liberalen Finanzsystems zeigt sich hier besonders deutlich. Bei den sogenannten Leerverkäufen, auch „short sellings“ genannt, die in den meisten Ländern erlaubt sind, werden Aktien verkauft, die der Verkäufer gar nicht besitzt. Diese Aktien leiht er sich von anderen Fondsgesellschaften für eine Gebühr und für einen bestimmten kurzen Zeitraum und verkauft diese Aktien, die er nicht besitzt, an der Börse, um so einen niedrigeren Kurs zu erzielen. Zu dem gesunkenen Kurs kauft er dann die Aktien ein, deren Kurs nun wieder steigt.

Eine noch weitergehende Methode der short sellings, auch Aktienwetten genannt, sind die sogenannten „naked short sellings“. Hier werden nicht Aktien selbst verkauft, sondern nur die Verpflichtung, sie zu liefern. Auch dadurch fällt der Aktienkurs und man kann sich dadurch mit Aktien zu einem günstigen Kurs eindecken und die Lieferverpflichtung erfüllen. Diese Art der Leerverkäufe ist in Deutschland verboten. Jetzt wurden auch die gedeckten Leerverkäufe bis zum Jahresende verboten, was zum erstenmal in der deutschen Geschichte geschieht.

Mit dieser Methode können ganze Unternehmen von Hedgefonds destabilisiert und dann übernommen werden. Die so gekauften Unternehmen werden zerschlagen und wieder verkauft.

Man geht davon aus, daß diese Leerverkäufe eine der wichtigsten Ursachen für den Zusammenbruch des Weltfinanzsystems sind.

Das Civitas Institut fordert das vollständige Verbot aller Finanzmarktspekulationen, die auf die direkte Beeinflussung der Aktienkurse gerichtet sind. Grundsätzlich ist die Aktienspekulation in einem gewissen Maße durchaus nützlich für das Gemeinwohl, weil sich auf diese Weise, auch für das jeweilige Unternehmen selbst, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens abbilden läßt.

Trotz der Gefahr des vollständigen Zusammenbruchs der Weltfinanzmärkte und der drohenden schwersten Wirtschaftskrise aller Zeiten, beklagen Ultra-Liberale die gegenwärtigen Eingriffe des Staates in die Finanzmärkte.

Allerdings können staatliche Eingriffe nur eine vorübergehende Lösung der Probleme darstellen. Das Civitas Institut schlägt deshalb, auf der Grundlage der katholischen Soziallehre und des Naturrechts, die Einrichtung einer berufsgemeinschaftlichen Börsen- und Finanzmarktaufsicht vor, denn die Wirtschaft gehört zum vorstaatlichen Bereich. Berufsgemeinschaften wie das Finanzwesen haben daher das natürliche Recht auf Selbstverwaltung, das ihnen nicht vom Staat abgenommen werden darf. Weder die planwirtschaftliche staatliche Kontrolle und Überwachung der Wirtschaft, noch die individualistisch-liberale Wirtschaft entsprechen dem Naturrecht und beide sind zum Scheitern verurteilt.

Lesen Sie mehr über dieses Thema und über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Selbstverwaltung in dem noch in diesem Jahr erscheinenden CIVITAS Sonderheft „Soziale Demokratie und wirtschaftliche Selbstverwaltung. Für eine christliche Gesellschaftsordnung“.

 

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