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Liberaler Kapitalismus oder Ordnung des Wettbewerbs durch Selbstverwaltung PDF Drucken E-Mail
Montag, den 29. September 2008 um 17:29 Uhr
civitas_logo_klein.jpgIn einem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 28.09.08 schreibt Wolfgang Streeck womit man sich im liberalen Kapitalismus abfinden sollte: „Wie kann man glauben, man könnte SUV, MP3-Player, Billigflüge nach Thailand, täglich frische Blumen aus Afrika und jährlich steigende Aktienkurse und Dividenden haben ohne kontinuierlichen Umsturz des Gewohnten, permanente Revolutionierung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse, immer schnellere Zirkulation immer größerer Mengen von Kapital über immer weitere Umwege“. . Damit bringt der Autor den Liberalismus auf den Punkt: Die permanente Revolution! Sie gibt es nicht nur in der Ideologie des Sozialismus, sondern auch im Liberalismus, was auch nicht verwundert, wenn man weiß, daß beide Ideologien die gleiche Quelle haben.

Streeck kann hingegen gar nicht verstehen, daß sich die Menschen etwas anderes wünschen, nämlich Sicherheit und Heimat. Die kann es im liberalen Kapitalismus aber nicht geben. Er glaubt aber auch – und hier ist er in seiner Ideologie befangen – daß freier Wettbewerb und Wohlstand nur im liberalen Kapitalismus möglich ist. Dies aber ist falsch!

Freiheit und Ordnung schließen sich keineswegs aus. Vielmehr gehören beide wesensnotwendig zusammen, weil sonst nur Anarchie herrscht. Auch der Liberalismus kommt ohne Ordnung nicht aus. Doch ist diese Ordnung aufgesetzt, unnatürlich für den Liberalismus und gilt ihm als Einschränkung der Freiheit.

Wo der Liberale Recht hat, ist, wenn er sagt, daß der Staat unfähig ist, die Ordnung der Wirtschaft sicherzustellen. Außerdem ist es überhaupt gar nicht die Aufgabe des Staates, die wirtschaftliche Ordnung sicherzustellen. Die Wirtschaft ist nichts staatliches, sondern Teil der Gesellschaft. Und die Gesellschaft hat das Recht und die Pflicht, alle ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Also auch die Ordnung der Wirtschaft.

Doch wie soll in einem freien Wettbewerb, wo jeder gegen jeden sich am Markt behaupten muß, eine Ordnung durch die in der Wirtschaft Tätigen entstehen?

Eine Antwort auf diese Frage gibt die katholische Sozialehre mit ihrem realistischen Modell der wirtschaftlichen Selbstverwaltung. Die verschiedenen Leistungsgemeinschaften innerhalb einer Volkswirtschaft bilden Berufsgemeinschaften, wie die Berufsgemeinschaften Handel, Maschinenbau, Elektrotechnik, Software usw. Diese öffentlich-rechtlichen Berufsgemeinschaften erarbeiten für ihren jeweiligen Bereich selbständig z.B. eine Wettbewerbsordnung, die dann gesetzlich bindende Kraft besitzen. Auch in allen anderen Bereichen, wie Gewerbeaufsicht, Arbeitslosen-, Kranken-, und Rentenversorgung, bilden die Berufsgemeinschaften paritätisch besetzte Ausschüsse, die diese Fragen für alle Angehörige ihres Bereiches regeln.

Dieses Modell ist die Realisierung des „wichtigsten sozialphilosophischen Grundsatzes“ (Pius XI.), nämlich der Subsidiarität, in allen Bereichen von Staat und Gesellschaft und geht zurück, insbesondere auf die Sozialenzyklika Quadragesimo anno (zum Download auf unserer Website).

Lesen Sie zu diesem Thema das zum Jahresende erschienende Sonderheft „Soziale Demokratie und wirtschaftliche Selbstverwaltung. Für eine christliche Gesellschaftsordnung“.

 

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