Civitas Institut

Rettet die Menschenwürde ! PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 14. April 2009 um 13:09 Uhr
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Der Begriff der Menschenwürde ist ein zentraler Begriff im Verfassungsgefüge unseres Gemeinwesens. Immer wieder wird behauptet, sie sei eine Errungenschaft der neuzeitlichen Weltanschauung und Staatsauffassung. Nichts ist so falsch wie diese Auffassung. 
Angesichts der furchtbaren Übertretungen der Menschenwürde durch die großen Ideologien der Neuzeit bedarf das kaum einer Begründung. Die Herausforderungen der Bioethik zeigen, wie gefährdet die Dignität der Person in einer Welt ist, die dazu neigt, alles ökonomischen Zwecken unterzuordnen.

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Die Anhänger einer säkularisierten Demokratie geraten schnell in Verlegenheit, wenn sie die Absolutheit der Menschenwürde begründen sollen, denn es gibt dafür keine Selbstevidenz.
Eine einfache Referenz auf „demokratische Prinzipien“ kann sich sogar gegen die Menschenwürde richten, nämlich dann, wenn sie der Mehrheit als „antastbar“ erscheint bzw. jene erst durch diese zugesprochen werden muß. 

Der Ausdruck „Menschenwürde“ taucht erst sehr spät in den neuzeitlichen Staatsgrundgesetzen auf, erstmalig in der Verfassung Irlands aus dem Jahr 1937. Die irische Verfassung hat einen ausgesprochen katholischen Hintergrund. In deren Präambel lesen wird: 

Im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, von der alle Autorität kommt und auf die, als unserem letzten Ziel, alle Handlungen sowohl der Menschen wie der Staaten ausgerichtet sein müssen, anerkennen Wir, das Volk von Irland, in Demut alle unsere Verpflichtungen gegenüber unserem göttlichen Herrn, Jesus Christus, der unseren Vätern durch Jahrhunderte der Heimsuchung hindurch beigestanden hat. In dankbarer Erinnerung an ihren heldenhaften und unermüdlichen Kampf um die Wiedererlangung der rechtmäßigen Unabhängigkeit unserer Nation und in dem Bestreben, unter gebührender Beachtung von Klugheit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit das allgemeine Wohl zu fördern, auf daß die Würde und Freiheit des Individuums gewährleistet, eine gerechte soziale Ordnung erreicht, die Einheit unseres Landes wiederhergestellt und Eintracht mit anderen Nationen begründet werde, nehmen wir diese Verfassung an, setzen sie in Kraft und geben sie
uns.“

Die „Würde des Individuums“ hat ihren konkreten Ort im Christentum. Liturgisch kommt dies in der hl. Messe zum Ausdruck: „Gott, Du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar geschaffen und noch wunderbarer erneuert“ (Offertorium). Für Thomas von Aquin ist, wie für alle Kirchenväter, die Geschöpflichkeit und Gottesebenbildlichkeit (durch Verstand, Wille und Entscheidungsfreiheit) die Grundlage der Menschenwürde. „Entscheidungsfreiheit gehört zur Würde des Menschen.“ „Libertas arbitrii ad dignitatem hominis pertinet.“ (S. Th. I, q. 59, a. 3, sed contra)

Wenn man heute meint, man könne die Menschenwürde aus dem christlichen Kontext herausschälen, muß man wenigstens so ehrlich sein und zugeben, daß sie ein genuin christliches Erbstück ist. Auch hier gilt: die Neuzeit hat wenig neues hervorgebracht.
Die Würde des Menschen ist daher keine Entdeckung der Aufklärung, sondern unmittelbar aus der Lehre der Kirche abgeleitetes Traditionsgut. Außerhalb des christlichen Glaubens - nicht nur eines philosophischen „Christentums“ - fehlt ihr der Begründungszusammenhang. Menschenrechtserklärungen finden ein tragfähiges Fundament nicht außerhalb der Religion.

Der Staatsrechtler Joseph Isensee hat es so formuliert: „Die säkulare Deutung der Menschenwürde zehrt von christlicher Substanz. In der pluralistischen Gesellschaft der Gegenwart liegt eine besondere Aufgabe des Christentums darin, das religiöse Fundament des Gemeinwesens zu erhalten.“
 

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