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Patientenverfügung: Der persönliche Wille entscheidet PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 19. Juni 2009 um 21:04 Uhr
patientenverfuegung.jpgGanz im Sinne der herrschenden linksliberalen Individualismus hat der Bundestag mit einer Mehrheit der Stimmen das Gesetz zur Patientenverfügung verabschiedet. Danach muß jetzt grundsätzlich und in jedem Fall der individuelle Wille des Patienten beachtet werden, unabhängig davon, ob dieser vernünftig oder gut ist. Unanhängig von Art und Stadium der Erkrankung muß eine schriftliche Verfügung z.B. über den Behandlungsabbruch auch dann vom Arzt beachtet werden, wenn eine Heilung durchaus möglich ist..
 
Der Bundestag hat von mehreren Gesetzentwürfen zur Patientenverfügung die am weitestgehende Regelung, die zudem den individualistischen Zeitgeist am besten wiedergibt verabschiedet. Dieser Gesetz sieht vor, daß der Patientenwille ohne Einschränkung verbindlich ist, sofern dieser in schriftlicher Form vorliegt. Liegt keine schriftliche Patientenverfügung vor, dann soll, wie bisher auch, der mutmaßliche Wille ermittelt werden.

Mit diesem Gesetz wird der Arzt in bestimmten Fällen zum Sterbehelfer degradiert, der nicht mehr nach ärztlichem Wissen und Gewissen handeln kann, sondern nach dem Willen des Patienten. Ein Patient der bei einer schweren aber durchaus heilbaren Krankheit eine Therapie ablehnt, darf nicht vom Arzt behandelt werden.

Die beiden anderen Gesetzentwürfe, die in der Grundtendenz nicht viel besser waren, wurden mit einer Mehrheit abgelehnt. Nach dem Bosbach-Entwurf hätten lebenserhaltende Maßnahmen nur dann abgebrochen werden dürfen, wenn eine Krankheit mit tödlichem Verlauf eindeutig unheilbar ist und der Patient ohne Bewußtsein ist.

Der Entwurf des Abgeordneten Zöller sah vor, daß eine Patientenverfügung unabhängig davon wirksam wird, ob sie schriftlich oder mündlich geäußert wird und daß auch beim vorliegen einer solchen Verfügung der mutmaßliche aktuelle Wille des Patienten ermittelt werden muß.

Nur der christliche Abgeordnete Hubert Hüppe (CDU) hatte den Antrag gestellt, keine gesetzliche Regelung der Patientenverfügung zu verabschieden und es bei der derzeitigen Situation zu belassen. Dieser Antrag wurde auch von verschiedenen christlichen Organisationen befürwortet, fand aber im Bundestag nur wenige Unterstützer.

Der verabschiedete Entwurf wurde von dem Antragsteller, dem Abgeordneten Stünker damit begründet, daß die Freiheit der Person nach dem Grundgesetz unverletzlich ist. Doch davon steht im Grundgesetz nichts. Dort heißt es, daß die Würde der Person unverletzlich ist und das ist etwas anderes, als die Freiheit. Die Würde der Person gründet darauf, daß der Mensch von Gott geschaffen ist und mit einem Geist ausgestattet ist, der auch zur Freiheit fähig ist.

Diese Argumentation ist typisch für die heute vorherrschende radikalliberale Ideologie, die die Freiheit über alles stellt und diese nicht am Guten orientiert. Freiheit ist die Freiheit zum Guten und nicht zum Bösen. Wer das Böse tut, verliert die Freiheit. Darum kann auch der persönliche Wille eines Menschen nie das letzte Kriterium sein; man stelle sich einmal vor, wenn dieses Prinzip in allen Bereichen gilt. Dann ist das Gemeinwohl der Gesellschaft und des Staates der völligen Willkür jedes einzelnen überlassen.

Mit diesem Gesetz wurde eine weitere Schlacht der Christen gegen die liberale Ideologie verloren.




 

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