„Irren ist menschlich, lügen demokratisch“ Drucken
Freitag, den 06. April 2012 um 00:00 Uhr

„Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Dieser Satz wird mal Thomas Jefferson, mal Benjamin Franklin zugeschrieben. Beide gehören zu den legendären US-Gründervätern, unten denen sich nicht ein einziger Demokrat befand.

 

 

 

Wie auch die griechischen Philosophen lehnten die „Founding Fathers“ die Demokratie als – bestenfalls – Herrschaft des Mittelmaßes scharf ab.

 

Eine Staatsform, die früher oder später in einer Ochlokratie, der Herrschaft des Pöbels, enden müsse. Den historisch und philosophisch geschulten Männern schwebte eine Monarchie oder Republik vor, geführt von natürlichen Eliten.

 

Schauen wir auf die vorstehenden Vertreter der politischen Kasten unserer Tage, so haben sich manche Warnungen bestätigt. Im Laufe der Jahrzehnte hat die demokratische Negativauslese solche nach oben gespült, die allenfalls noch die Karikatur einer natürlichen Elite sind.

 

Es ist im günstigen Fall noch der kleine dumme Gauner, womöglich aber auch bereits der durchtriebene Schwerkriminelle, der uns regiert. Christian Wulff war noch die eher harmlose Ausgeburt des Inzuchtprogramms unserer Parteiendemokratie, das zuweilen auch ganz andere Kaliber im US-Kongress, Bundestag oder EU-Parlament nach oben spült.

 

Nie zuvor war das Volk deshalb so frustriert und abgrundtief „politikverdrossen“ wie heute. Und dennoch wurde die Demokratie zum Fetisch, ja zur Ersatzreligion. Verkündet von der neuen Priesterkaste in den Massenmedien und pädagogischen Lehranstalten. Alleine: Wo sind die Kritiker? Die Ketzer des Systems?

 

André F. Lichtschlag,

Editorial der April-Ausgabe der Zeitschrift „eigentümlich frei“

 

Das Titelzitat stammt von Nicolas Gómez Davila